Für die Studie wurden bundesweit 3000 Eltern von Kindern bis 13 Jahren zu ihrem Wissen und ihrer Einstellung zu Kinderimpfungen sowie zum Impfverhalten befragt. "Die Mehrheit der Eltern steht Kinderimpfungen zwar positiv gegenüber. Doch vor allem bei Masern, Keuchhusten und Hepatitis B ist der Impfschutz von vielen Kindern noch immer lückenhaft", erklärte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott.
Insgesamt befürchten etwas mehr als die Hälfte aller Eltern leichte Nebenwirkungen und 14 Prozent schwere Nebenwirkungen nach Impfungen. Sechs Prozent sind der Ansicht, dass bleibende Schäden als Folge von Schutzimpfungen auftreten können. Jeder fünfte Befragte glaubt demnach auch, dass Impfungen die Entstehung von Allergien begünstigen können, obwohl dies laut BZgA wissenschaftlich widerlegt ist.
Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) aller Eltern meinen immer noch, dass es gut für die Entwicklung sei, wenn das Kind Krankheiten durchstehen muss und mehr als jeder dritte Erziehungsberechtigte (38 Prozent) hält Masern für nicht gefährlich. Vor dem Hintergrund der stark steigenden Maserninfektionen in Deutschland ist dies laut BZgA "besorgniserregend". Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit, sondern könnten zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen führen, warnen die Experten.
Unabhängig von der Einstellung zum Impfen sind Infekte des Kindes der häufigste Grund dafür, dass einzelne Impfungen schon einmal ausgelassen wurden (60 Prozent). Allerdings glauben knapp drei Viertel (72 Prozent) der Eltern, dass die offiziellen Impfempfehlungen tatsächlich alle aktuellen medizinischen Erkenntnisse berücksichtigen. Die BZgA will sich als Konsequenz aus der Studie nun bei der Impfaufklärung verstärkt an jene Eltern wenden, die Vorbehalte gegenüber den Impfungen haben.
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