Insgesamt testete der ADAC kurz vor Beginn der großen Urlaubs-Reisewelle 65 Rastanlagen in dreizehn Ländern. Nach Angaben von Testleiterin Simone Saalmann fiel der Test insgesamt gut aus. So vergab der ADAC mit 33 Anlagen der Hälfte der Anlagen die Note "gut". 27 Mal gab es ein "ausreichend" und fünf Mal fielen Rastanlagen mit der Note "mangelhaft" durch.
Der Testverlierer ist die Raststätte Ruma in Serbien an der dortigen Autobahn A1 zwischen Belgrad und Sid. Dort habe es in den Kategorien Verkehrsgestaltung, Familienfreundlichkeit und Sanitäranlagen sogar ein "sehr mangelhaft" gegeben. Standards wie etwa eine Wickelmöglichkeit oder ein Behinderten-WC fehlten auf dieser Raststätte.
Testsieger wurde die in Österreich an der dortigen A2 zwischen Villach und Wien stehende Rastanlage Wörthersee, die durch abwechslungsreiches und leckeres Essen, einen schönen und sicheren Kinderspielplatz sowie gepflegten Sanitäranlagen überzeugt habe.
Von den zwölf getesteten deutschen Anlagen gewann bei den Raststätten die an der Autobahn A8 gelegene Irschenberg-Süd, bei der die Familienfreundlichkeit ebenso wie die Gastrononmie und Sanitärbereiche sehr gut bewertet wurden. Bei den Autohöfen schnitt Guxhagen an der A7 in Hessen am besten ab. In der Kategorie Verkehrsgestaltung sehen die ADAC-Tester allerdings bei allen deutschen Autohöfen noch großen Nachholbedarf.
Der Automobilclub fordert von den Raststättenbetreibern, noch mehr auf die Bedürfnisse von Familien einzugehen. Der Ländervergleich zeige, dass Urlauber in der Schweiz, an den deutschen Raststätten und in Kroatien mit Kindern meist gut aufgehoben waren. In Spanien und Italien habe es dagegen so gut wie nie Spielplätze und Spielecken gegeben, in Tschechien hätten die Wickelmöglichkeiten gefehlt.
Erneut kritisierte der ADAC die Gebührenpraxis des Unternehmens Sanifair, das an 370 Raststätten in Deutschland die Toiletten betreibt. In Deutschland bekämen die Kunden nach einer Toilettennutzung zwar einen Bon für den Shop oder das Restaurant, 20 Cent je Toilettengang würden aber ohne Gegenleistung abkassiert. In anderen Ländern dagegen könnten die Toilettennutzer - so wie früher auch bei Sanifair in Deutschland - die Gebühren komplett im Shop oder Restaurant bei Einkäufen verrechnen. Als bestes Beispiel für Sanitäranlagen lobte der ADAC Österreich und Kroatien, wo top Hygienewerte bei völlig kostenfreier Benutzung festgestellt worden seien.
Für Rollstuhlfahrer besonders ärgerlich seien die Bezahlschranken vor den Sanitäranlagen. In den Niederlanden hätten diese erst umständlich vom Personal abgebaut werden müssen, um Zugang zum Behinderten-WC zu erhalten.
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