Von und für Studierende und Akademiker der ersten Generation

Dassel (ozm) - „Warum studieren? Was studieren? Wie studieren? Wie finanzieren?“ Unter diesem Motto konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 der Paul-Gerhardt-Schule über das Thema „Studium“ informieren. Die Verantwortlichen für die Berufs- und Studienorientierung an der PGS Dassel, Oliver Sassin und Manfred Braun, konnten damit die Vortragsreihe im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung mit Ann-Christine Meier und Christina Linke, Ehrenamtliche von ArbeiterKind.de, fortsetzen.

Ziel von ArbeiterKind.de ist es, junge Menschen aus Familien, in denen kaum jemand studiert hat, zur Aufnahme eines Hochschulstudiums zu ermutigen und sie beim Studieneinstieg zu unterstützen. Denn laut der aktuellen Sozialstudie des Deutschen Studentenwerks (DSW) nehmen von 100 Akademikerkindern 77 ein Studium auf. Dagegen studieren von 100 Nicht-Akademikerkindern lediglich 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen. Die finanzielle Belastung ist dabei nur ein Grund, die Schüler vom Studium abschrecken. Mittlerweile ist ArbeiterKind.de an über 70 Orten in Deutschland durch lokale Gruppen aktiv. Die Ehrenamtlichen sind meist selbst die ersten Studierenden in ihren Familien.
Ann-Christine Meier stellte den Jugendlichen aus der Paul-Gerhardt-Schule verschiedene Studienmöglichkeiten vor, z. B. ein Studium an der Fachhochschule oder an einer Universität. Andere Möglichkeiten bietet ein duales Studium. „Ein duales Studium kombiniert den theoretischen Stoff der Hochschule mit einer Ausbildung im Betrieb“, sagt die Ehrenamtliche von ArbeiterKind.de. „Der Ausbildungsablauf sowie die Dauer eines dualen Studiums richten sich dabei nach dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb.“ Während des Vortrages wurde darauf hingewiesen, dass auch vor Ort verschiedene, größere Firmen und Banken oder Behörden wie Polizei und Finanzverwaltung die Möglichkeit eines dualen Studiums anbieten.
Des Weiteren wurden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums durch die Ehrenamtliche Christina Linke vorgestellt. „ Gerade ein BAföG-Antrag lohnt sich, da die Hälfte als zinsloses Darlehn gewährt und die andere Hälfte geschenkt wird“, sagt die Ehrenamtliche von ArbeiterKind.de. „Hinzukommen die flexiblen Rückzahlungsmöglichkeiten und ggf. ein Nachlass, wenn die Summe auf einmal zurückgezahlt wird – günstiger geht es nicht“. Neben der staatlichen Förderung durch das BAföG zählen auch Stipendien, die einerseits durch Stiftungen und anderseits vom Staat in Form des Deutschlandstipendiums vergeben werden, als weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Neben der Vorstellung von verschiedenen, größeren Stipendiengebern wie der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung wurde auch auf die kleinen Stiftungen hingewiesen, die beispielsweise über Stipendiendatenbanken wie e-fellow.net oder mystipendium.de zu finden sind. Vorteile eines Stipendiums sind die finanzielle Unterstützung, die, im Gegensatz zum BAföG, nicht zurückgezahlt werden muss sowie die unentgeltliche Förderungen durch Trainings und Seminare. Dafür ist ein längerer und aufwendiger Bewerbungsprozess notwendig, der sich jedoch lohnt, da es gerade für Erstakademiker besondere Förderungsmöglichkeiten gibt.
Mehr Informationen über Stipendien gibt es auf www.arbeiterkind.de. Bei Fragen kann man sich gern unter holzminden@arbeiterkind.de melden. Übrigens sucht die Gruppe Holzminden weitere ehrenamtlich Engagierte, die gern ihre eigenen Studienerfahrungen in Schulen, auf Messen oder in persönlichen Gesprächen teilen möchten.

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