Olaf Schubert begeisterte 700 Zuschauer

Wortakrobat im Pullunder

Von Peter Vössing

Beverungen - Für die einen ist er der Bundes-Olaf für andere der Zentral-Schubert, für alle ist der „Humorist“ Olaf Schubert aus Dresden, ein Künstler, der es auf eindrucksvolle Weise versteht, sein Publikum zu unterhalten.

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Olaf Schubert, der wohl bekannteste deutsche Pullunderträger.

© Foto: Vössing

Der berühmteste deutsche Pullunderträger gab jetzt mit seinem Programm „Sexy forever“ ein Gastspiel in der mit 700 Zuschauern gut gefüllten Beverunger Stadthalle. Dabei musste sich das Publikum zunächst in Geduld üben. Aufgrund der widrigen Wetter- und Straßenverhältnis traf der Künstler erst später ein und stand eine viertel Stunde später auf der Bühne als geplant. Er versuchte zunächst seine Verspätung zu entschuldigen und kündigte an, deswegen auch eher Schluss zu machen.
Olaf Schubert hat seine Dauerpräsenz in der „Heute Show“ und seine eigene Show „Olaf macht Mut“ sehr bekannt gemacht. Seine Wortakrobatik ist legendär. Er
erklärte zu Beginn, dass man mit dem Programm den Durchbruch in der USA anstrebe oder zumindest in Rumänien und man deshalb jetzt mit einem Bühnenbild arbeite. Er verwies dabei auf die einsame Kunststoff-Palme auf der Bühne, die er als Karibik-Birke titulierte.
Seine beiden Musiker, Herr Stephan und Jochen Barkas, bereiteten mit kräftigen Gitarrenriffs und gekonnten Basseinlagen dem Star einen lauten Empfang.
„Sexy forever“ heißt sein Programm, kommt aber während der Performance nur am Rande zur Erwähnung. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit den Problemen des Landes und macht auch keinen Hehl daraus, dass seine Heimatstadt Dresden „als Gravitationszentrum für braunen Feinstaub“ gelten würde. Flüchtlingskrise, Dieselskandal, Problem bei der Bundeswehr und Martin Schulz, „der Mann mit dem Triple-B: Bart, Bauch, Brille“ wurden vom schmächtigen Sachsen thematisiert.

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Schlussakkord: Olaf Schubert und seine beiden Musiker Herr Stephan (Bass) und Jochen Barkas (Gitarre).

© Foto: Vössing


Er sparte nicht mit Seitenhieben auf den Auftrittsort. „Hier jetzt abzubrechen lohnt nicht, was willste Mittwochsabends hier in Beverungen um halb 9 machen“.
Aber auch die Beziehungen zu seinen Mitspielern werden hinterleuchtet. Besonders Jochen Barkas musste sich an diesem Abend einiges anhören, was sich als Running Gag durch das Programm zog. Schubert lästerte über Herrn Stephan und titulierte seinen Bassisten als Bachelor in C-Moll, der beim Klavierunterricht den kleinen Flüchtlingskindern die ersten Anschläge beibringe. Ganz schlecht kam Jochen Barkas weg, der überhaupt noch einen Abschluss an der Volkshochschule anstrebe. „Ich habe gar nichts gelernt“, gab Schubert schließlich zu aber triumphierte im gleichen Atemzug mit der Feststellung: „weil ich schon alles wusste.“  Es gäbe aber auch Menschen, die sich überhaupt nicht für Bildung interessieren würden, beispielweise Richtung Dalhausen, ließ der Comedian danach seine Ortskenntnisse aufblitzen.
Olaf Schubert bot seinen Zuschauern gute Unterhaltung, auch wenn er mit seinen Mitspielern musikalisch in Szene trat. Köstlich sein „denglisches“ Lied „Hello Girl“. Nach der obligatorischen Werbeeinblendung, bei der CDs, Räuchermännchen und Duftbäume mit dem Schubert-Konterfei angepriesen wurden, endete nach über zwei Stunden die Show mit einer Schlagzeugeinlage durch den Meister höchstselbst. Für das Publikum war es ein Abend, der dem Zwerchfell einiges abverlangte.
Olaf Schubert ist ein Comedian und Kabarettist durch und durch, der sicherlich nicht zum letzten Mal in Beverungen gastierte.

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