Heimatfest mit Mittelaltermarkt

Würgassen feiert 1075 Jahre Ortsgeschichte

Von Barbara Siebrecht
Würgassen – „Wir sind natürlich noch viel älter, haben aber keine Höhlen in denen unsere Vorfahren Höhlenmalerei anbringen konnten“, erklärte die Ortsheimatpflegerin Petra Riepe bei der Vorstellung des Heimatfestes, das Würgassen am Samstag, dem 15. und Sonntag, dem 16. Juni 2019 feiern möchte.

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Sie planen für das Ortsjubiläum: (v. l.) Petra Riepe, Isolde Hartung und Herbert Sobireg vom Heimatpflegerteam, Anika Steinmann vom Festausschuss, „Marktmeister“ Ulrich Kleinschmidt, der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Martin Daniel und Jörn Becker vom Vorstand der Vereinsgemeinschaft.

© Foto: Siebrecht

Dass Würgassen mindestens 1075 Jahre alt ist, verrät eine Schenkungsurkunde vom 1. Mai 944. Darin ist belegt, dass Würgassen neben Helmarshausen, Beberbeck, Gottsbüren und dem Gut Dinkelburg an die Matrone Helmburg, die spätere Äbtissin im Kloster Hilwartshausen bei Dassel verschenkt wurde. Vom Vorbesitzer Hampo übertrug der spätere deutsche Kaiser Otto I. die genannten Dörfer inclusive Würgassen und weiteren Wüstungen an die „gewisse, vornehmen Frau“ damals unter dem Ortsnamen „Werigise“ und mitsamt den „hörigen Leuten“, den Gewässern und Wegen.… und allen beweglichen und unbeweglichen Gütern. Unterzeichnet wurde die Urkunde mit dem „Zeichen des Herrn Otto, des völlig unbesiegten Königs“.
Dieses historische Ereignis nimmt der Festausschuss des Weserortes zum Anlass, mit seinem Heimatfest eine kleine Zeitreise ins Mittelalter zu unternehmen. Damit wollen sie ein Bewusstsein für die Geschichte des Ortes, der schon so viele Höhen und Tiefen überstanden hat, schaffen und sich auf die Stärke der Dorfgemeinschaft besinnen. Geplant ist ein Mittelaltermarkt mit historischem Flair rund um die Kirche und die ehemalige Schule. Vereine des Ortes bauen Stände auf und sorgen für kurzweilige Spiele und mittelalterlich anmutenden Verköstigung. Eine Mitmach-Schmiede und der Bau von Holzschwertern, eine Strohburg, Ponyreiten und mittelalterlicher Haarschmuck sind ebenso in Vorbereitung wie mittelalterliche Musik, Puppentheater, Schaukämpfe, eine mittelalterliche Gerichtsverhandlung und vieles mehr. „Marktmeister“ Ulrich Kleinschmidt nutzte für die Gestaltung des Programms seine Kontakte in die Szene der Mittelalterfans. Wer noch eine gute Idee beitragen möchte, kann sich gerne an den Festausschuss wenden.

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Wehrhafte Ritter werden sich in Würgassen Schaukämpfe liefern.

© Foto: privat


„Alleine feiern ist doof! Wir freuen uns sehr, wenn unsere Nachbardörfer und viele Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung mit uns gemeinsam feiern, denn wir haben mit vielen auch eine gemeinsame Geschichte“, sind sich die Organisatoren einig. Besonders würden sich die Würgasser über mittelalterlich gekleidete Gäste freuen, die mit ihrem Gewand zum Flair des Wochenendes beitragen. Die Eintrittspreise sind bewusst sehr gemäßigt. Es lohnt sich bestimmt, das Festwochenende für einen Besuch in Würgassen, dem freundlichen Dorf an der Weser freizuhalten.

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