Im Vergleich zum April des Vorjahres sank die Arbeitslosenzahl um 115.000. "Auf dem Arbeitsmarkt hält die positive Grundtendenz an, obwohl die Konjunktur zuletzt an Schwung verloren hat", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lägen weiter "deutlich im Plus".
Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt laut BA auf "hohem Niveau". Im April waren demnach 499.000 Arbeitsstellen gemeldet und damit 38.000 mehr als im Vorjahr. Besonders gesucht seien Fachkräfte in den Bereichen Mechatronik, Elektro, Metall, Maschinen- und Fahrzeugbau, Logistik, Gesundheit und Tourismus.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht den Arbeitsmarkt nach eigenen Worten "in einer stabilen Verfassung". Dieser habe die "konjunkturelle Schwächephase im zurückliegenden Winterhalbjahr gut überbrückt." Rösler zeigte sich zudem überzeugt, "dass wir auch am Ende dieses Jahres eine positive Bilanz am Arbeitsmarkt ziehen können." Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärte, der Arbeitsmarkt zeige sich "weiter robust und aufnahmefähig". Eine Trendwende sei nicht in Sicht.
SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil forderte die Bundesregierung dagegen zu weiteren Anstrengungen auf. "Die moderate Entwicklung am Arbeitsmarkt verführt die Bundesregierung offensichtlich zur Tatenlosigkeit", erklärte Heil. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, kritisierte, die Spaltung des Arbeitsmarktes schreite "dramatisch voran". Während bei den Kurzzeitarbeitslosen die Tendenz weiter positiv sei, steige der Anteil der Langzeitarbeitslosen.
Deutlich schlechter als in Deutschland ist die Lage auf den Arbeitsmärkten in anderen europäischen Staaten. In der Euro-Zone stieg die Arbeitslosenquote auf einen neuen Rekordstand. Die saisonbereinigte Quote in den 17 Euro-Ländern lag im März bei 10,9 Prozent und damit noch etwas höher als im Februar mit 10,8 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte. Für die gesamte EU lag die Quote im März wie bereits im Februar bei 10,2 Prozent. Das ist der höchste Wert, seit die Europäische Union zum Jahresbeginn 2007 auf 27 Mitgliedstaaten erweitert wurde.
Eurostat schätzt, dass im März 2012 in der EU insgesamt 24,8 Millionen Männer und Frauen arbeitslos waren, davon 17,4 Millionen im Euro-Raum. Im Vergleich zum Februar ist die Zahl der Arbeitslosen demnach in der EU um 193.000 und in der Euro-Zone um 169.000 Menschen gestiegen.
Die meisten Arbeitslosen gibt es in den Krisenländern Spanien mit 24,1 Prozent und Griechenland, wo die griechischen Behörden die Quote für Januar mit 21,7 Prozent angeben. Deutschland gehört laut Eurostat mit einer Quote von 5,6 Prozent nach Österreich, den Niederlanden und Luxemburg zu den Ländern mit der niedrigsten Quote. Die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) berechnete Quote ist höher, da sie auf einer anderen Berechnungsmethode beruht.
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