Allein in Shanghai sollten bis Dienstagabend 200.000 Einwohner in hunderten Notunterkünften untergebracht werden. In Zheijiang mussten über 250.000 Menschen bis zum Nachmittag ihre Häuser verlassen. Die Provinzbehörden beorderten zudem 30.000 Schiffe in die Häfen zurück, der Verkauf von Zugtickets für die Küstenstrecken wurde eingestellt.
Am Wochenende waren in der Volksrepublik bereits 23 Menschen durch die Wirbelstürme "Saola" und "Damrey" ums Leben gekommen. Im Juli starben nach offiziellen Angaben 79 Menschen in Peking bei schweren Überschwemmungen, die von den heftigsten Regenfällen seit mindestens 60 Jahren ausgelöst worden waren.
Wegen eines kritischen Artikels zur Reaktion der Behörden auf die Überschwemmungen im Juli wurde die Pekinger Zeitung "Jingjiguancha bao" (Wirtschaftsbeobachter) wieder eingezogen und der Bericht in der Internetausgabe gelöscht. Der Artikel, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorlag, handelte vor allem davon, wie Behördenvertreter das Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen versuchten. Der Bericht stellt das Schicksal dreier in den Fluten ertrunkener Männer aus Shidu Versicherungen der dortigen Behörden gegenüber, wonach niemand in dem Ort zu Schaden gekommen sei.
Nach wachsender Kritik an den Behörden wegen der Überschwemmungen hatte der Pekinger Propagandachef bereits Ende Juli den Medien die Verbreitung guter Nachrichten verordnet. Demnach sollten sie nur noch Berichte bringen, die "Lob und Tränen" wert sind, etwa über Heldentaten der Rettungskräfte. Kritikern von Regierung oder Kommunistischer Partei wurden harte Strafen angedroht.
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