Risiko in Süddeutschland nach wie vor am größten

2011 mehr Fälle von Hirnhautentzündung durch Zecken

Berlin (AFP) - Die Zahl der durch Zecken übertragenen Hirnhauterkrankungen ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. 2011 wurden insgesamt 423 Fälle der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet, das war ein Anstieg um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin berichtet. 2010 waren 260 FSME-Erkrankungen registriert worden.
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Zecke © AFP

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virusbedingte Hirnhautentzündung und kann durch einen Zeckenbiss übertragen werden. Dagegen schützt eine Vorsorgeimpfung. Ein erhöhtes FSME-Risiko gibt es laut RKI nach wie vor vor allem in den südlichen Bundesländern. Neben Bayern und Baden-Württemberg sind auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und des Saarlands betroffen.

Das RKI veröffentlichte eine aktuelle Karte der Risikogebiete. Danach besteht bundesweit nun in 140 Stadt- und Landkreisen ein erhöhtes FSME-Risiko. Als neue Risikogebiete wurden der Stadtkreis Ulm in Baden-Württemberg, der Stadtkreis Kempten in Bayern und mit dem Saar-Pfalz-Kreis erstmals auch eine Region im Saarland ausgewiesen. In anderen Bundesländern wie Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden vereinzelte Fälle gemeldet. Auch in Gebieten, die nicht als Risikoregionen ausgewiesen seien, könne eine Infektion nicht absolut sicher ausgeschlossen werden, erklärte das RKI.

Durch einen Zeckenstich kann neben der FSME auch Borreliose übertragen werden. Menschen, die in FSME-Verbreitungsgebieten wohnen oder dort Urlaub machen, empfehlen die Fachleute eine Impfung, die im Abstand von drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden muss. Auch vor Reisen ins Ausland kann eine FSME-Impfung ratsam sein. Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es dagegen bisher nicht.

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