Die Maschine war am Mittwoch während eines Demonstrationsflugs mit Vertretern der Luftfahrtindustrie und Journalisten an einem 2200 Meter hohen Vulkan zerschellt. Die mindestens 45 Insassen an Bord starben. Der Pilot habe sich davor der Militärbasis Atang Senjaya genähert, die ein sicherer Ort für niedrigere Flughöhen sei, sagte der Luftfahrtdirektor des Verteidigungsministeriums, Herry Bakti. "Wir vermuten, dass er den Passagieren die Militärbasis zeigen wollte." Was danach passierte, sei noch unklar.
Der Luftfahrtexperte Tom Ballantyne schloss ein ungewöhnliches Flugmanöver nicht aus. Piloten würden auf Demonstrationsflügen manchmal "Dinge tun, die sie normalerweise nicht tun", sie wollten dann oft "angeben", sagte der in Sydney ansässige Experte. Der Überflug von markanten Landschaften oder Bauwerken gehöre dazu. "Potenziellen Kunden zeigt man gerne, wie das Flugzeug mit einer bestimmten Geschwindigkeit steigen oder sinken kann."
Inzwischen sind bereits mehrere der insgesamt 73 russischen Experten, die die Unglücksursache untersuchen sollen, in Indonesien eingetroffen, wie ein Sprecher des Flugzeugherstellers Suchoi am Samstag sagte. 40 russische Vertreter werden laut den indonesischen Rettungskräften am Sonntag die Absturzstelle besuchen.
Nach offiziellen Angaben wurden inzwischen 16 Leichen geborgen und zur Identifizierung in ein Krankenhaus in Jakarta gebracht, wo Angehörige warteten. Demnach konnte kein Körper als Ganzes geborgen werden. Zahlreiche Angehörige brachen beim Anblick der Leichensäcke in Tränen aus, eine Frau wurde ohnmächtig, wie ein AFP-Journalist berichtete. Neben Indonesiern waren acht Russen, ein Franzose und ein US-Bürger bei dem Flug dabei.
Der Superjet 100 galt als große Hoffnung der russischen Luftfahrtindustrie. Mit der Mittelstreckenmaschine wollte Suchoi in den internationalen Markt für Passagierflugzeuge vorstoßen und der seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion kriselnden russischen Luftfahrtbranche neuen Schwung verleihen.
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