Aborigines erzwingen Schließung des australischen Uluru-Nationalparks

Sydney (AFP) - Aus Angst vor dem Coronavirus haben Aborigines am Dienstag die Schließung des Uluru-Nationalparks erzwungen. Rund 30 Ureinwohner versammelten sich am Eingang des Parks und versperrten 43 Touristen aus dem Corona-Hotspot Brisbane den Zugang, bis die örtlichen Behörden einlenkten. Nach einem Krisengespräch mit der örtlichen Aborigine-Gemeinde blieb der Park geschlossen.
Touristen am Uluru-Berg 2019 Bild anzeigen
Touristen am Uluru-Berg 2019 © AFP

Die Aborigine-Gemeinde am Uluru sei von der Ankunft der Touristen völlig überrumpelt worden, sagte ihr Sprecher Glenn Irvine der Nachrichtenagentur AFP. Sie hätten gedacht, der Flug aus Brisbane sei annulliert worden und hätten nach der Ankunft der Touristen zunächst vergeblich eine Sperrung des Nationalparks gefordert. Als dies nicht geschehen sei, hätten sie zur Selbsthilfe gegriffen.

Nach Angaben des Sprechers soll die Touristengruppe nun auf das Virus getestet werden. Neue Gruppen aus Corona-Hotspots werden demnach nicht mehr anreisen. Zwar sind die Aborigines in vielen Gebieten auf den Tourismus als Einnahmequellen angewiesen, doch überwiegt ihre Angst vor den Folgen eines Corona-Ausbruchs in ihren abgelegen Gemeinden.

Der Uluru gilt den australischen Ureinwohnern als heilig. Gleichzeitig ist der gewaltige Sandsteinmonolith eine beliebte Anlaufstelle für Touristen aus der ganzen Welt. Rund 395.000 Menschen besichtigten ihn in den vergangenen 12 Monaten.

Die strengen Corona-Auflagen für Reisen in das Northern Territory - einschließlich des Uluru - wurden erst kürzlich gelockert. Für Reisende aus Australiens Corona-Krisengebieten wie etwa Brisbane gilt aber weiterhin eine 14-tägige Quarantäne-Pflicht. Ausländer dürfen bis auf wenige Ausnahmen sowieso nicht nach Australien einreisen.

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