Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Reederei

Acht weitere Leichen in "Costa Concordia" entdeckt

Rom (AFP) - Im Wrack der Mitte Januar havarierten "Costa Concordia" sind acht weitere Leichen entdeckt worden. Aufgrund schlechter Wetterbedingungen konnten zunächst nur drei der Toten geborgen werden, sagte eine Sprecherin des italienischen Krisenstabs. Die italienische Justiz leitete derweil Ermittlungen gegen sieben weitere Mitarbeiter der Reederei Costa Crociere ein.
"Costa Concordia" vor Insel Giglio Bild anzeigen
"Costa Concordia" vor Insel Giglio © AFP

Wenn das Wetter es zulasse, werde am Donnerstag ein weiterer Anlauf zur Bergung der übrigen Leichen unternommen, sagte Francesca Maffini, Sprecherin von Krisenstabs-Chef Franco Gabrielli, der Nachrichtenagentur AFP. Laut Zivilschutz wurden die Leichen auf dem vierten Deck des Kreuzfahrtschiffs auf Grundlage von Augenzeugenberichten von Überlebenden gefunden.

Medienberichten zufolge war der Zustand der Leichen wegen der langen Zeit unter Wasser so schlecht, dass zunächst unklar war, wie viele Todesopfer entdeckt wurden. Maffini bestätigte, dass sich unter den geborgenen Toten auch die kleine Dayana befand. Die Fünfjährige war mit ihrem Vater auf Kreuzfahrt, ihr unklares Schicksal hatte die Italiener in den vergangenen Wochen besonders bewegt. Die anderen Geborgenen waren eine Frau und ein Mann.

Die Rettungstaucher hatten ihre Suche nach Vermissten im überfluteten Teil des havarierten Schiffs Ende Januar vorerst aus Sicherheitsgründen eingestellt. Befürchtet wurde unter anderem, dass die Taucher nicht mehr aus dem Wrack herauskommen könnten, falls das Schiff in tieferes Gewässer abrutscht.

Die italienische Justiz leitete unterdessen Ermittlungen gegen sieben weitere Verantwortliche ein. Ein Sprecher der Reederei Costa Crociere sagte, vier Mitarbeiter des Schiffspersonals und drei Angestellte an Land seien vorgeladen worden. Ihnen werden laut italienischen Medienberichten fahrlässige Tötung, das Verursachen eines Schiffbruchs und Versagen bei der Kommunikation mit den Seebehörden vorgeworfen.

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, es handele sich bei den drei Costa-Managern um den Vizepräsidenten des Unternehmens, Manfred Ursprunger, den Chef der Krisenabteilung Roberto Ferrarini und den Flotten-Inspekteur Paolo Parodi. Bislang ermittelte die Justiz lediglich gegen Francesco Schettino, den Kapitän der "Costa Concordia", sowie gegen seinen ersten Offizier, Ciro Ambrosio.

Insgesamt waren 4200 Menschen an Bord der "Costa Concordia", als diese am 13. Januar vor Giglio kenterte. Vor der Entdeckung der weiteren Todesopfer waren 17 Leichen identifiziert worden, 15 weitere werden noch vermisst. Unter den identifizierten Todesopfern waren sechs Deutsche, genauso viele Deutsche werden bisher noch vermisst.

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