Amalgam-Plomben geben kontinuierlich Quecksilber frei

Amalgamfüllung: ja oder nein

(np) - Ist es wieder einmal Zeit, um zum Zahnarzt zu gehen? Dann stellt sich für viele die Frage, welche Füllung mann bei einem eventuellen Loch nehmen soll. Viele entscheiden sich für Amalgamfüllungen. Doch diese sind seit Jahren umstritten.

Zähneputzen Bild anzeigen
Zähneputzen © AFP

Die Folgen einer chronische Quecksilberbelastung für die Gesundheit sind nicht von der Hand zu weisen. Es kann zu Mattigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwund, Abfall der Konzentrationsfähigkeit, Übererregbarkeit, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Zittern, Haarausfall und Depressionen kommen. Auch gilt Quecksilber als Risikofaktor für das Auftreten von Krankheiten wie Diabetes, Multiple Sklerose und Rheuma.

Amalgamfüllungen bestehen etwa zur Hälfte aus Quecksilber und Metallpulver. Quecksilber ist grundsätzlich für den Menschen giftig. Schon zwei Gramm des flüssigen Elements sind tödlich. In gebundener Form wie beim Amalgam geht aber von Quecksilber kein erhöhtes Gesundheitsrisiko aus.

Wie das "German Amalgam Trial" der TU München belegt, haben Menschen, die eine Amalgam-Plombe besitzen, im Durchschnitt einen viermal so hohen Quecksilberwert im Blut wie amalgamfreie Menschen.

Umstritten ist noch immer, wie gesundheitsschädlich dies ist. Während einige Zahnärzte erhebliche gesundheitliche Risiken in den Füllungen sehen, schätzen andere das Risiko als gering ein. Sie sehen aufgrund des freigesetzten Quecksilbers lediglich den Einsatz und das Entfernen der Füllungen als gefährlich an. "Natürlich können wie bei jedem Fremdkörper, der dauerhaft im menschlichen Organismus verbleibt, unerwünschte Nebenwirkungen auftreten", erklärt Reiner Zaijtschek vom Freien Verband Deutscher Zahnärzte. Dennoch schätzt er die Belastung durch amalgamhaltige Plomben als gering ein. "Und da ist auch keine Studie, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen ihnen und chronischen Gesundheitsschäden erwiesen hat."

Beim Zahnarzt Bild anzeigen Beim Zahnarzt © AFP

Anders sieht das Claudia Hesse von der Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin in Berlin. "Die Füllungen geben fortlaufend kleine Dosen ab. Ein Teil davon lagert sich im Körper ab". So kann sich immer mehr Quecksilber in den Organen ablagern. Dabei wird das Quecksilber nicht nur durch mechanischen Abrieb aus den Füllungen freigesetzt. Es können auch durch säurehaltige Nahrungsmittel Quecksilberionen aus den Plomben gelöst werden. So kann es über den Speichel in den Verdauungstrakt gelangen und über dadurch über den Blutkreislauf in den ganzen Körper gelangen.

Laut Hess ist der Quecksilberdampf, der durch den Verzehr heißer Speisen und Getränke frei wird besonders gefährlich. Der Dampf werde über Nasen- und Mundhöhle eingeatmet, gelange so ebenfalls in den Blutkreislauf.

Bewerten Sie diesen Artikel

5.0
5,0 (19 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken

Weiterführende Links zum Thema

Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile