72-Jährige soll wegen Mordes an drei Männern gehängt werden

Berufung gegen Todesurteil gegen "Schwarze Witwe" in Japan gescheitert

Tokio (AFP) - Weil sie aus Habgier mehrere reiche Liebhaber tötete, ist eine Frau in Japan als "Schwarze Witwe" bekannt geworden - nun sind ihre Anwälte mit einem Einspruch gegen die Vollstreckung der Todesstrafe gegen die 72-Jährige gescheitert. Chisako Kakehi habe die Morde an drei Männern und einen weiteren Mordversuch "gerissen und heimtückisch" verübt, begründete das Oberste Gericht von Osaka am Freitag seine Entscheidung.
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Chisako Kakehi soll hingerichtet werden © AFP

Die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete, Kakehis Verteidiger hätten daraufhin die Möglichkeit genutzt, letztmalig Berufung gegen das Todesurteil einzulegen. Kakehi war 2017 zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Ihre Anwälte machen geltend, dass sie nicht strafrechtlich belangt werden könne, weil sie unter Demenz leide.

Kakehi hatte zahlreiche Beziehungen zu Männern, die meisten ihrer Partner waren schon älter oder krank. Einige ihrer Lebenspartner lernte sie über ein Datingportal kennen, bei dem sie gezielt nach wohlhabenden und kinderlosen Männern suchte. Bevor sie die Männer mit Zyanid vergiftete, ließ sie sich deren Lebensversicherungen überschreiben. Auf diese Weise soll sie über zehn Jahre umgerechnet 7,7 Millionen Euro eingestrichen haben. Unter Kakehis Opfern war auch ihr Ehemann.

Die Verbrechensserie hatte in Japan für großes Aufsehen gesorgt. Kakehi wurde als "Schwarze Witwe" und "Gift-Lady" bekannt. Zunächst verweigerte sie die Aussage vor Gericht, später gestand sie einen Mord und begründete dies damit, dass das Opfer eine andere Frau finanziell unterstützt habe, während der Mann ihr Geld vorenthalten habe.

Vergangenen Monat hatte Kakehi in einem Interview mit Jiji in ihrem Gefängnis in Osaka gesagt, ihre Hinrichtung werde eine Art Entschuldigung für ihre Vergehen sein. "Bitte hängt mich", fügte sie hinzu.

Japan ist neben den USA das einzige große Industrieland, das noch die Todesstrafe vollstreckt. Gegner der Todesstrafe kritisieren, dass Todeskandidaten in Japan oft jahrelang in Einzelhaft auf ihre Hinrichtung warten, deren Zeitpunkt ihnen dann nur wenige Stunden vorher angekündigt wird.

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