Filmpreis der US-Schauspielergewerkschaft gilt als wichtiger Oscar-Gradmesser

"Black Panther", Glenn Close und Rami Malek mit SAG-Awards geehrt

Los Angeles (AFP) - Vor der Oscar-Verleihung hat der Superheldenfilm "Black Panther" einen wichtigen Schub bekommen: Bei den Filmpreisen der US-Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SGA) erhielten die überwiegend schwarzen Darsteller des Marvel-Blockbusters am Sonntagabend (Ortszeit) den Hauptpreis als bestes Schauspielensemble. Mit den Preisen als beste Hauptdarsteller zementierten Glenn Close und Rami Malek ihre Favoritenrolle bei den Oscars Ende Februar.
Chadwick Boseman (M) mit seinen Ensemble-Kollegen Bild anzeigen
Chadwick Boseman (M) mit seinen Ensemble-Kollegen © AFP

Mit der Auszeichnung seines Schauspielensembles setzte sich "Black Panther" gegen die Musikromanze "A Star Is Born", den Queen-Film "Bohemian Rhapsody", "BlacKkKlansman" von Spike Lee und die Romantikkomödie "Crazy Rich Asians" durch. Zu den Stars des Films um einen schwarzen Superhelden zählen unter anderem die Oscar-Preisträger Lupita Nyong'o und Forest Whitaker.

"Wir wissen alle, wie es ist, wenn einem gesagt wird, dass es keinen Platz für Deinen Auftritt gibt, wenn Du jung, begabt und schwarz bist", sagte "Black Panther"-Hauptdarsteller Chadwick Boseman. Mit dem Film hätten er und seine Kollegen eine Welt erschaffen können, "wie wir sie sehen wollen."

Bei den Hauptdarstellern räumten wie bereits bei den Golden Globes Anfang Januar Glenn Close Rami Malek ab. Die 71-jährige Close wurde für ihre Rolle in "Die Frau des Nobelpreisträgers" ausgezeichnet, Malek für seine Darstellung des Queen-Frontmanns Mercury in "Bohemian Rhapsody".

Emily Blunt und Mahershala Ali ("Green Book - Eine besondere Freundschaft") gewannen die Preise als beste Nebendarsteller. Blunt hatte in dem ungewöhnlichen Horrorfilm "A Quiet Place" ihres Mannes John Krasinski mitgespielt, der außer als Regisseur auch als Darsteller mitwirkte.

"Danke, dass Du mir die Rolle gegeben hast", sagte Blunt bei ihrer Ehrung an ihren Mann gerichtet. "Du wärst in großen Schwierigkeiten gewesen, wenn Du es nicht getan hättest", fügte sie scherzhaft hinzu.

Der viel gelobte Musikfilm "A Star is Born" von und mit Bradley Cooper sowie Pop-Diva Lady Gaga in der Hauptrolle ging bei den SAG-Awards trotz vier Nominierungen leer aus. In den Fernsehkategorien erhielt die in den 50er Jahren angesiedelte Amazon-Serie "The Marvelous Mrs Maisel" drei Preise, Jason Bateman wurde für seine Rolle in dem düsteren Netflix-Drama "Ozark" als bester Schauspieler ausgezeichnet, Sandra Oh für ihre Rolle in der Serie "Killing Eve" von BBC America als beste Schauspielerin.

Hollywood-Star Tom Hanks überreichte dem US-Schauspieler Alan Alda den SAG-Award für sein Lebenswerk. Der Star aus der Kriegsserie "M*A*S*H" hatte vergangenes Jahr öffentlich gemacht, dass er an der Parkinson-Krankheit leidet. "Es war vielleicht nie so dringlich wie jetzt, die Welt durch die Augen eines anderen Menschen zu sehen, wenn eine Kultur so stark gespalten ist", sagte Alda in seiner Dankesrede. Dazu könnten Schauspieler beitragen.

Die SAG-Awards wurden zu einem entscheidenden Zeitpunkt verliehen - kurz nach Bekanntgabe der Nominierungen für die Oscars, aber noch vor Beginn der Abstimmung über die begehrtesten Filmpreise der Welt, die am 24. Februar verliehen werden. Die SAG-Preise gelten als wichtiger Gradmesser für die Oscars, denn die US-Schauspielergewerkschaft stellt zahlreiche Mitglieder der Oscar-Akademie.

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