Chinesischer Politiker war im März entmachtet worden

Bo Xilais Sohn weist Vorwürfe über Luxus-Leben zurück

Peking (AFP) - Nach der Entmachtung des chinesischen Politikers Bo Xilai hat sein Sohn Vorwürfe über seinen extravaganten Lebensstil zurückgewiesen. Der 24-jährige Bo Guagua, der zurzeit an der US-Eliteuniversität Harvard studiert, erklärte in der Universitätszeitung "The Harvard Crimson", seine Familie habe sein Studium nur über Stipendien und die Ersparnisse seiner Mutter finanziert. Er habe außerdem nie einen Ferrari gefahren und ausschweifend gefeiert, sondern sei nur auf normale Studentenpartys gegangen.
Bo Xilai Bild anzeigen Bo Xilai © AFP

Bo Xilai war Mitte März als Chef der Kommunistischen Partei in der südwestlichen Metropole Chongqing entlassen worden. Der Politiker, der sich im Kampf gegen Korruption und als Vertreter des linken Flügels der Kommunistischen Partei einen Namen gemacht hatte, galt bis vor kurzem als aussichtsreicher Kandidat für einen Sitz im Ständigen Ausschuss des Politbüros. Seine Entlassung war von Beobachtern als Zeichen für einen massiven Richtungsstreit innerhalb der Partei gewertet worden. Außerdem gab es Gerüchte über einen Putschversuch.

Bos Sohn war vor seinem Studium in Harvard an der renommierten britischen Harrow School zur Schule gegangen und hatte in Oxford studiert. Seine Stipendien habe er sich jedoch "unabhängig verdient", erklärte der 24-Jährige in der Uni-Zeitung. Außerdem habe er von der "Großzügigkeit" seiner Mutter profitiert, die seine Studiengebühren und Lebenshaltungskosten von ihren "Ersparnissen" aus ihrer Zeit als erfolgreiche Anwältin und Autorin finanziert habe. Noch vor der Entlassung Bos zeigten Fotos im Internet seinen Sohn bei Partys in Oxford, zudem gab es Gerüchte, er fahre einen Ferrari.

Nach Bos Entlassung hatte die Polizei auch Ermittlungen gegen dessen Frau Gu Kailai im Zusammenhang mit der Ermordung eines britischen Geschäftsmannes in Chongqing eingeleitet. Der Brite soll sich unter anderem für die Aufnahme ihres Sohnes an der exklusiven Harrow School eingesetzt haben. Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge sollen Gu und ihr Sohn mit dem Briten über Geld gestritten haben.

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