Keine Maskenpflicht für Prostituierte

Bordelle in den Niederlanden nach dreimonatiger Corona-Pause wieder geöffnet

Den Haag (AFP) - Nach dreimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie haben in den Niederlanden die Bordelle seit Mittwoch wieder geöffnet. Das Amsterdamer Informationszentrum für Prostitution erklärte, alle "Kontaktberufe" dürften wieder ausgeübt werden, was besonders Sexarbeiter betrifft. Ministerpräsident Mark Rutte hatte die Öffnung der Bordelle vergangene Woche angekündigt.

"Wir sind sehr erleichtert, wieder zur Arbeit gehen zu können, weil viele Sexarbeiter keine Hilfen von der Regierung bekommen haben", sagte die Prostituierte Foxxy der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung hatte zunächst eine Öffnung zum 1. September geplant, die Sexarbeiter wollten ihre Arbeit jedoch früher wieder aufnehmen.

Es sind einige Regeln einhalten, um die Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. So müssen die Prostituierten vorher fragen, ob der Kunde oder eine Person in seinem Haushalt Symptome zeigten. Außerdem müssen sie das Zimmer desinfizieren, die Hände regelmäßig waschen und die Laken zwischen den Terminen wechseln.

"Aber wir müssen bei Terminen Gott sei Dank keine Maske tragen", sagte Foxxy. Weniger Kunden wegen der Hygienevorschriften oder aus Angst vor Ansteckung erwartet sie nicht. Am Mittwoch, ihrem ersten Arbeitstag seit langem, sei ihr Terminkalender "voll".

In den Niederlanden ist Prostitution seit 2000 legal. Die Sexarbeiter müssen bei der Handelskammer registriert sein und Einkommensteuer zahlen. Rund 7.000 Menschen arbeiten allein in Amsterdam in dem Bereich. 75 Prozent von ihnen kommen offiziellen Zahlen zufolge aus Ländern mit niedrigen Gehältern, besonders aus Osteuropa.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder