150 Bergsteiger erklimmen Gipfel zum Ende der Saison

Brite bringt olympisches Gold von 1924 auf Mount Everest

Kathmandu (AFP) - Mit einer olympischen Goldmedaille aus dem Jahr 1924 hat der Brite Kenton Cool den Mount Everest bestiegen und damit ein 88 Jahre altes Versprechen eingelöst. Weitere 150 Bergsteiger erklommen nach Behördenangaben zum offiziellen Saisonende den höchsten Berg der Welt. Nachdem allein vergangene Woche fünf Menschen auf dem Everest starben, kritisieren Experten, dass die hohe Zahl von Kletterern zu gefährlichen "Staus" führe.

Kenton Cool bringt Goldmedaille auf den Everest Bild anzeigen Kenton Cool bringt Goldmedaille auf den Everest © AFP

Die von ihm auf den Gipfel gebrachte Goldmedaille habe George Mallory gehört, schrieb der Brite Kenton Cool auf seiner Internetseite. Mallory war einer von 13 britischen Bergsteigern, die 1922 versucht hatten, den 8848 Meter hohen Gipfel zu besteigen. Die Männer mussten jedoch 500 Meter vor dem Gipfel umkehren. 1924 erhielten die Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen 21 Goldmedaillen für ihre Leistungen im Alpinismus. Einer der Teilnehmer hatte damals versprochen, dass eine der Medaillen eines Tages den Gipfel erreichen werde. Dieses Versprechen konnte der 38-Jährige Cool am Freitag einlösen.

Am Samstag endete offiziell die Saison auf dem Mount Everest. 150 Bergsteiger erreichten an diesem Tag den Gipfel, erklärte das Tourismus-Ministerium in Nepal, am Tag zuvor waren es rund 100 Gipfelstürmer.

Experten kritsieren indes, dass der hohe Andrang von Kletterern zu gefährlichem Gedränge auf dem Berg führt und die Gefahren des Aufstiegs zusätzlich verschärft. Allein vergangene Woche starben fünf Menschen beim Versuch der Gipfelbesteigung, darunter zwei Deutsche.

Ein Bergführer berichtete von regelrechten "Staus" auf dem Weg zum Gipfel. Er habe selbst vor einem Jahr in über 8000 Metern Höhe stundenlang in einem Stau gesteckt, sagte Dawa Steven Sherpa, der bereits zwei Mal den Gipfel erklommen hat. Der Grund sei ein Geistlicher gewesen, der 36 Stunden lang auf dem Gipfel beten wollte. Zwei Begleiter hätten für den Mann eine riesige Zahl Sauerstoffflaschen zum Gipfel geschleppt und dadurch die anderen aufgehalten, sagte Sherpa.

Seitdem Edmund Hillary und Tenzing Norgay 1953 erstmals den Mount Everest bestiegen, versuchten rund 10.000 Menschen den Aufstieg. Mehr als 220 starben, fast 4000 schafften es bis auf den Gipfel. Die meisten Todesfälle an dem 8848 Meter hohen Berg gehen auf das Konto der Höhenkrankheit: Die Bergsteiger verausgaben sich beim Aufstieg und haben kaum noch Kraft für den Abstieg ins Basislager.