Bisher gibt es deutschlandweit mehr als 1000 verschiedene Rufnummern für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die teilweise sogar täglich wechseln. Diese Nummern bleiben vorerst auch weiterhin bestehen. Mit der 116 117 entfällt künftig aber die aufwändige Suche nach der richtigen regionalen Rufnummer. Die neue Bereitschaftsdienstnummer ist in den ersten Wochen laut KBV allerdings noch nicht überall zu erreichen. Baden-Württemberg und das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen sollen erst später folgen.
Unter der 116 117 werden Patienten in dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Situationen an den ärztlichen Bereitschaftsdienst in ihrer Nähe weitergeleitet - entweder direkt zu einem diensthabenden Arzt oder zu einer Bereitschaftsdienst-Leitstelle. Ist eine automatische Weiterleitung nicht möglich, übernimmt ein Service-Center die Vermittlung.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten organisiert. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der unter dem Notruf 112 erreichbar ist und der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet, wie zum Beispiel bei Herzinfarkt oder Schlaganfall.
"Mit der 116 117 wird es für die Bürger wesentlich einfacher, ambulante ärztliche Hilfe zu erhalten, wenn die Praxen geschlossen haben", erklärte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU). Damit verbessere sich der Service für Millionen Versicherte, die jährlich den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst nutzten.
Deutschland ist den Angaben zufolge das erste EU-Land, das diese einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst einführt. Die Europäische Union hatte die 116 117 bereits 2009 europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert.
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