Es handele sich um einen "ernsten Verstoß" gegen die Politik der chinesischen Familienplanungsbehörde, hieß es auf der Internetseite der Zhenping-Gemeinde in der nordchinesischen Provinz Shaanxi, in der Spät-Abtreibungen seit 2001 verboten sind. Die Erklärung bestätigte, dass die Schilderung des Falls, der großen "Unmut in der chinesischen Gesellschaft" auslöse, "im wesentlichen" wahr ist. Die Ermittler hätten Strafmaßnahmen gegen die Verantwortlichen empfohlen, hieß es weiter.
Bürgerrechtler der Provinz Shaanxi erklärten, die junge Feng Jianmei, die bereits ein Kind hat, sei zur Abtreibung gezwungen worden, weil sie der Strafzahlung von 40.000 Yuan (4880 Euro) wegen Verletzung der staatlich verordneten Ein-Kind-Politik nicht nachkam. Ein Angehöriger sagte der Nachrichtenagentur AFP, Feng und ihr Mann hätten sich gegen die Abtreibung gewehrt. Chinesische Internetnutzer verglichen den Vorgang mit den Taten "japanischer Teufel und Nazis".
Mit 1,3 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Um das Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt seit den späten 1970er Jahren die sogenannte Ein-Kind-Politik. In Städten lebende Paare dürfen nur ein Kind bekommen, Paare auf dem Land dürfen ein zweites Kind bekommen, wenn das erste ein Mädchen ist.
Verstoßen sie gegen die Regel, müssen sie hohe Strafen zahlen. Menschenrechtsgruppen zufolge wurden tausende Frauen wegen Verstößen gegen das Gesetz von den Behörden zur Abtreibung gezwungen. Offiziellen Angaben zufolge wurde im Jahr 1983 mit 14,37 Millionen Abtreibungen ein Höchstwert erreicht.
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