Fußballer prangerte Verfolgung von Uiguren in Xinjiang an

Chinesischer Sender streicht Arsenal-Spiel nach Özil-Kritik aus Programm

Peking (AFP) - Der chinesische Staatssender CCTV hat nach Kritik von Ex-Nationalspieler Mesut Özil an der Uiguren-Verfolgung ein Spiel von dessen Mannschaft FC Arsenal aus dem Programm genommen. Die Live-Übertragung der Partie gegen Manchester City in London am Sonntag wurde durch ein aufgezeichnetes Spiel zwischen den Wolverhampton Wanderers und Tottenham Hotspur ersetzt.
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Mesut Özil spielt nicht mehr für Deutschland © AFP

Der deutsche Fußball-Star hatte am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter das Schweigen mehrheitlich muslimischer Staaten gegenüber der Uiguren-Verfolgung in China angeprangert. In einem auf Türkisch verfassten Beitrag schrieb Özil am Freitag, in China würden "Korane verbrannt, Moscheen geschlossen, islamische Schulen verboten" und kritisierte: "Die Muslime schweigen. Ihre Stimme wird nicht gehört."

Der FC Arsenal distanzierte sich am Samstag von Özils Äußerungen. Der Verein erklärte, er habe sich "immer an das Prinzip gehalten, sich nicht in die Politik einzumischen". Experten werfen China massive Menschenrechtsverletzungen an der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Provinz Xinjiang vor.

Mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime befinden sich Menschenrechtsaktivisten zufolge in Umerziehungslagern der chinesischen Behörden. Nachdem die Regierung in Peking die Existenz der Lager zunächst bestritten hatte, spricht sie heute von "Berufsbildungszentren" zur Deradikalisierung.

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