Lage auf dem amerikanischen Kontinent gibt weiter Anlass zur Sorge

Corona-Lockerungen in Europa nehmen an Fahrt auf

Paris (AFP) - Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Europa haben weiter an Fahrt aufgenommen, während die Todes- und Infektionszahlen auf dem amerikanischen Kontinent weiterhin Anlass zur Sorge geben. Weltweit stieg die Zahl der von den Ländern gemeldeten Todesfälle seit Beginn der Pandemie nach AFP-Angaben auf knapp 360.500 und die Zahl der Infektionsfälle auf mehr als 5,8 Millionen.
Erstes Freitagsgebet in Istanbuls Blauer Moschee
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Erstes Freitagsgebet in Istanbuls Blauer Moschee © AFP

Mit mehr als 176.100 Toten und mehr als 2,1 Millionen Infizierten ist Europa nach wie vor der am schwersten betroffene Kontinent. Doch in vielen Ländern scheint der Höhepunkt überschritten, und die Sorge vor weiteren schweren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen führt zu immer rascheren Lockerungen der zunächst strikten Corona-Maßnahmen.

In Österreich haben die Hotels seit Freitag wieder geöffnet, kulturelle Veranstaltungen mit bis zu hundert Menschen sind wieder erlaubt. Auch die städtischen Museen in Wien öffnen nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wieder ihre Tore. Noch am Freitag verkündete die Regierung laut APA weitere Lockerungen. Demnach entfällt ab dem 15. Juni die Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit großteils; die Sperrstunde in der Gastronomie wird auf 01.00 Uhr ausgeweitet und die Begrenzung auf vier Personen pro Tisch aufgehoben.

In Norwegen müssen Reisende aus anderen nordischen Ländern ab Montag nicht mehr in Quarantäne, Schweden will ab dem 14. Juni wieder Sportwettkämpfe und Profisport zulassen, solange sie draußen stattfinden und dabei die Corona-Regeln eingehalten werden. Es gilt eine Begrenzung auf 50 Zuschauer.

Spanien will ab Montag in weiteren Regionen unter Auflagen den Besuch von Schwimmbädern und Stränden sowie von Einkaufszentren zulassen. Kinos, Theater und Vortragssäle dürfen ebenfalls wieder öffnen, aber nur für ein deutlich begrenztes Publikum. Auch Restaurants dürfen ihre Innenräume wieder für eine beschränkte Anzahl von Gästen öffnen.

In Frankreich treten ab Dienstag weitere Lockerungen in Kraft. Das Pariser Edel-Kaufhaus Galeries Lafayette kann jedoch bereits ab Samstag erstmals wieder öffnen: Die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt machte dafür am Freitag den Weg frei. Voraussetzung war ein striktes Hygiene-Konzept. In der Türkei sind die Moscheen seit Freitag wieder unter Auflagen für Massengebete geöffnet.

Nach wiederholten Manipulationsvorwürfen veröffentlichten die Behörden der von der Pandemie besonders schwer betroffenen russischen Hauptstadt unterdessen erstmals Details der Sterbestatistik aus dem vergangenen Monat. Demnach starben 636 Menschen im April an Covid-19.

756 weitere Patienten hatten sich nach Angaben der Moskauer Gesundheitsbehörde zwar nachweislich mit dem Virus infiziert, starben aber "an anderen Ursachen". Bei fast der Hälfte dieser Fälle habe das Virus allerdings "sehr wahrscheinlich" entscheidend zu den Komplikationen der Vorerkrankungen von Patienten beigetragen. Darüber hinaus sei bei 169 Toten nachträglich eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden.

Den Behörden zufolge stehen somit 1561 der Todesfälle im April in der russischen Hauptstadt in Verbindung mit dem Coronavirus. Mit 232 neuen Todesfällen binnen 24 Stunden verzeichnete Russland am Freitag einen neuen Höchststand bei den neuen Corona-Todesfällen. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg um knapp 8600 auf 387.623 Fälle.

Das mit Abstand am schwersten betroffene Land bleiben die USA. Dort lag die Zahl der neuen Todesfälle am Mittwoch und Donnerstag wieder bei über 1000. Mehr als 101.600 Menschen starben bislang nach offiziellen Angaben, mehr als 1,7 Millionen Menschen infizierten sich mit dem Coronavirus.

Auch Brasilien meldete erneut mehr als tausend Todesfälle binnen 24 Stunden - sowie eine Rekordzahl von fast 26.500 Neuinfektionen. Damit zählt das größte südamerikanische Land nun mehr als 26.700 Tote und mehr als 438.000 Infizierte. Experten gehen jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. In Chile und Peru steigen die Todes- und Infektionsfälle ebenfalls rapide an.

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