Mehr als 22.000 Tote in Europa - Spanien meldet neuen Höchststand an Todesfällen

Coronavirus greift in Europa und den USA weiter um sich

Madrid (AFP) - Der Coronavirus-Pandemie sind in Europa und den USA weitere Menschen zum Opfer gefallen: Europaweit sind nach amtlichen Zahlen vom Sonntag mehr als 22.200 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben - das entspricht zwei Dritteln der Todesfälle weltweit. Mehr 363.000 Menschen in Europa infizierten sich bisher. In den USA stieg die Zahl der Toten auf fast 2200. In Spanien wurde das öffentliche Leben weiter heruntergefahren. Deutschland nahm indes weitere Corona-Patienten aus Frankreich und Italien auf.
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Ein Krankenhausmitarbeiter im spanischen Burgos © AFP

Weltweit wurden bis Sonntag mehr als 31.400 Corona-Todesfälle gemeldet, rund 667.000 Menschen infizierten sich. Italien ist mit über 10.000 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 92.400 Menschen haben sich dort mit dem Virus infiziert. Allerdings scheint die Ausgangssperre Wirkung zu zeigen: Der Anstieg der Infektionszahlen verlangsamte sich am Wochenende weiter.

In Spanien wurde am Sonntag ein neuer trauriger Rekord gemeldet. Binnen 24 Stunden starben nach Behördenangaben 838 Menschen am Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land liegt damit bei über 6500. Die Regierung ordnete die vorübergehende Schließung aller "nicht lebenswichtigen" Unternehmen an. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien.

Auch in Deutschland geht der Anstieg der Corona-Fallzahlen weiter: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts stieg die Zahl der Infizierten bis Sonntag um 3965 auf 52.547. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 389. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland bereits 57.695 Infizierte und 433 Todesfälle.

Nachdem am Samstag die ersten schwerkranken Corona-Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland ausgeflogen worden waren, folgten am Sonntag weitere Krankentransporte. Die Luftwaffe brachte zwei Intensivpatienten von Straßburg nach Stuttgart, von wo aus sie ins Militärkrankenhaus in Ulm gebracht werden sollten. Zudem wurden sechs Patienten aus dem italienischen Bergamo nach Deutschland gebracht, wie die Luftwaffe im Onlinedienst Twitter mitteilte.

Derzeit werden in Deutschland nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zwölf italienische und 30 französische Corona-Patienten behandelt. Frankreich weist mit mehr als 2300 Toten die fünfthöchste Todesrate weltweit auf.

Im chinesischen Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie, kehrte langsam wieder lltag ein. Die vor mehr als zwei Monaten angeordnete Isolation wurde gelockert. Um eine zweite Infektionswelle durch aus dem Ausland "importierte" Fälle zu verhindern, schloss China seine Grenzen für die meisten Ausländer und strich den Großteil der internationalen Flüge.

In anderen Teilen der Welt steht das Schlimmste noch bevor. Die USA haben China und Italien bei der Zahl der Erkrankungen inzwischen überholt und sind mit mehr als 124.600 Fällen das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Mindestens 2190 Menschen starben dort an der Lungenkrankheit Covid-19.

Unter ihnen ist auch ein Säugling aus Chicago. Der Gouverneur des Bundesstaats Illinois, J.B. Pritzker, äußerte sich am Samstag erschüttert über den Tod des Babys, das nach Angaben der Gesundheitsbehörden noch nicht mal ein Jahr alt war. Es ist äußerst selten, dass die Krankheit bei jungen Menschen einen schweren Verlauf nimmt.

Wegen der Pandemie leben inzwischen mehr als drei Milliarden Menschen rund um den Globus in häuslicher Isolation. Für Irritationen sorgte am Samstag ein Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, der wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an der Ostküste eine Abriegelung des Bundesstaats New York und angrenzender Regionen in Erwägung zog. Wenige Stunden später rückte er von dem Vorhaben wieder ab.

Ebenfalls stark von der Pandemie betroffen ist der Iran, wo mehr als 38.300 Menschen an dem Virus erkrankten und über 2600 starben.

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