Kritik an Schaulustigen bei Unfällen - Europweiter Tag des Notrufs 112

DRK-Präsidentin Hasselfeldt fordert Rücksicht auf Helfer des Rettungsdiensts

Osnabrück (AFP) - Zum europaweiten Tag des Notrufs 112 am Montag hat die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, mehr Rücksicht auf die Einsatzkräfte des Rettungsdiensts gefordert. "Es ist besorgniserregend, dass vor allem bei Verkehrsunfällen Rettungskräfte oftmals von Schaulustigen behindert oder beleidigt werden", sagte Hasselfeldt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Derartige Berichte häuften sich.
Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Bild anzeigen
Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) © AFP

"Zum Respekt gegenüber den Helfern gehört auch die Einhaltung der Rettungsgasse nach Verkehrsunfällen", mahnte Hasselfeldt. Auch hier lasse das Verhalten von vielen Lastwagen- und Autofahrern zu wünschen übrig. Manchen Gaffern seien Handyaufnahmen von Verletzten offenbar wichtiger als der unversperrte Zugang der Einsatzkräfte zum Unfallort.

Der jährlich am 11. Februar begangenen Tag des Notrufs 112 soll die Bürger für die EU-weit einheitliche Notfallnummer und das richtige Verhalten im Unglücksfall sensibilisieren. In Deutschland nutzten rund 40 Berufsfeuerwehren den Tag, um ihre tägliche Arbeit in einer großangelegten Aktion im Kurzbotschaftendienst Twitter vorzustellen.

Sie berichteten dort über das laufende Einsatzgeschehen, aber auch über Wissenswertes zur Arbeit bei Feuerwehr und Hinweise zum richtigen Verhalten. So wiesen sie unter anderem darauf hin, dass bei leichteren Gesundheitsbeschwerden nicht der Notruf zu wählen ist, wenn der eigenen Hausarzt nicht geöffnet haben sollte. Für solche Fälle gebe es den Bereitschaftsdienst der kassenärztlichen Vereinigungen.

Die Björn-Steiger-Stiftung forderte anlässlich des Notruftags die Entwicklung einer bundesweiten Notrufapp, mit der präzise Angaben über den Standort von Anrufern an die Einsatzentralen weitergeleitet werden können. Dafür müsse der Gesetzgeber auch die Übertragung von GPS-Daten bei Notrufen erlauben, sagte Stiftungspräsident Pierre-Enric Steiger im Südwestrundfunk. Aber auch die technische Umsetzung sei schwierig.

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