Nach Angaben des Kirchenpfarrers Roberto Betancourt versprachen die Besetzer, das Gotteshaus zu verlassen, sobald sie eine Antwort von ranghohen Kirchenvertretern erhalten hätten. Ein Mitglied der Gruppe, Julio Beltran, sagte AFP am Telefon, sie seien Aktivisten der in Kuba verbotenen Republikanischen Partei Kubas (PRC). Sie forderten, dass der Papst sie während seines Kuba-Besuchs anhöre.
Auf der PRC-Website hieß es, die Kirchenbesetzer forderten die "bedingungslose Freilassung der politischen Gefangenen, das Ende der Unterdrückung und der Verfolgung von Gegnern der Regierung" sowie eine "Erhöhung der Löhne und Renten entsprechend den Lebenshaltungskosten".
Ein Sprecher von Havannas Erzbistum erklärte, trotz der Zusage, dass der Brief an den Papst übermittelt werde, seien die Besatzer nicht zu überzeugen gewesen, die Kirche zu verlassen. Handlungen, die Orte der Anbetung in Plätze für politische Demonstrationen verwandelten, seien "illegal und unverantwortlich".
Die katholische Kirche in Kuba hatte zuvor dazu aufgerufen, den Besuch von Benedikt XVI. nicht durch politische Proteste zu stören. Vertreter der Kommunistischen Partei hatten erklärt, während des Papstbesuchs seien in der Öffentlichkeit politische Sprüche, Zeichen oder Botschaften verboten.
Mitglieder der kubanischen Opposition werfen der Kirche vor, mit der kommunistischen Führung des Landes zusammenzuarbeiten. Der Papst wird vom 26. bis 28. März durch Kuba reisen. In der Stadt Santiago de Cuba ist ein Gottesdienst auf dem Platz geplant, auf dem sein Vorgänger Johannes Paul II. bei seinem Besuch des Karibikstaates vor 14 Jahren eine Messe feierte. Während des Aufenthalts ist ein Treffen mit Staatschef Raúl Castro geplant, womöglich auch mit dessen Bruder, dem ehemaligen Staatschef Fidel Castro.
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