Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Drogenkriminalität sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 12.903 gestiegen, teilte die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Anstieg sei geringer ausgefallen als in den Vorjahren. In der berüchtigten Stadt Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA gab es zwischen Januar und September 2011 insgesamt 1206 Drogenmorde, im Badeort Acapulco fast 800.
In Mexiko liefern sich Drogenkartelle einen blutigen Kampf um die lukrativen Schmuggelrouten in die USA. Staatschef Felipe Calderón hatte der Drogenmafia bei seinem Amtsantritt vor fünf Jahren den Krieg erklärt. Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen kommen auch Soldaten zum Einsatz.
Seit fünf Jahren starben im mexikanischen Drogenkrieg laut den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen mehr als 47.000 Menschen. Am blutigsten war bislang das Jahr 2010 mit 15.273 Todesopfern. Wenn die Zahlen der letzten drei Monate von 2011 vorliegen, könnte die Zahl allerdings noch übertroffen werden.
Wie grausam die Drogenbanden vorgehen, zeigte ein weiterer Leichenfund am Mittwoch in Mexiko-Stadt. Vor einem Einkaufszentrum im Geschäftsviertel Santa Fe im Westen der Hauptstadt wurden in einem ausgebrannten Fahrzeug zwei enthauptete Leichen entdeckt, wie die Justizbehörde der Stadt mitteilte. "Einige Meter davor lagen zwei Köpfe, die vermutlich zu den entdeckten Leichen gehören." Bei den Toten handelte es sich den Angaben zufolge um einen etwa 35 Jahre alten Mann und eine etwa 30 Jahre alte Frau.
Im Oktober hatte die Polizei zwei menschliche Köpfe in einem an einer Ringstraße abgestellten Auto entdeckt. Dabei lag eine Botschaft der örtlichen Drogenbande "Mano con Ojos" ("Hand mit Augen").
Zu den Opfern des mexikanischen Drogenkriegs zählen auch Journalisten. Der US-Botschafter in Mexiko, Anthony Wayne, kündigte Unterstützung für den Schutz von Journalisten in dem lateinamerikanischen Land an. Seine Regierung werde für den Schutz von Journalisten über einen Zeitraum von vier Jahren fünf Millionen Dollar (rund vier Millionen Euro) an die mexikanische Regierung zahlen, sagte Wayne. Seit dem Jahr 2000 wurden laut der Organisation Reporter ohne Grenzen rund 80 Journalisten in Mexiko getötet, 13 weitere werden seitdem vermisst.
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