Pestizid Thiacloprid gilt als Bienen-Gift

EU lehnt längere Zulassung von weiterem Neonikotinoid ab

Straßburg (AFP) - Die EU hat die Zulassung eines weiteren als "Bienen-Killer" geltenden Neonikotinoids nicht verlängert. Die Zulassung des Pestizids Thiacloprid läuft nach Angaben der EU-Kommission vom Dienstag im April 2020 aus. Der zuständige Fachausschuss, der aus Experten aller EU-Länder besteht, folgte demnach einer Einschätzung der Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa vom Anfang des Jahres.
Beschränkungen für als bienenschädlich geltende Pestizide weitgehend bestätigt Bild anzeigen
Beschränkungen für als bienenschädlich geltende Pestizide weitgehend bestätigt © AFP

Thiacloprid gilt als endokriner Disruptor und ist somit erwiesenermaßen schädlich für den Hormonhaushalt von Mensch und Tier. Die nationalen Behörden der EU-Länder waren deshalb bereits zuvor verpflichtet, den Einsatz alternativer Mitteln nach Möglichkeit vorzuschreiben.

Im Januar wies die Efsa auf eine "bedenkliche" Konzentration des Giftes im Grundwasser hin. Die Behörde bemängelte zudem, dass sie eine vollständige Risikobewertung des Giftes für Menschen und Tiere, vor allem für Bienen, wegen mangelnder Daten nicht habe abschließen können.

Frankreich hatte vergangenen September bereits den Einsatz von fünf Neonikotinoiden verboten, darunter auch Thiacloprid. Drei Wirkstoffe (Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam) wurden im Dezember auch im Rest der EU verboten. Das Mittel Acetamiprid, dessen Einsatz in Frankreich ebenfalls untersagt ist, bleibt in Deutschland vorerst weiter erlaubt.

Neonikotinoide gehören zu den meist genutzten Pestiziden der Welt. Die Mittel töten aber nicht nur Blattläuse, Holzwürmer und andere Schädlinge, sondern setzen auch Bienen und Hummeln schwer zu: Sie schwächen ihr Immunsystem, stören die Orientierung und beeinträchtigen die Fortpflanzung.

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