(co) - Nach Meinung von Forschern des Zukunftsinstituts Kelkheim bei Frankfurt werden individuell ausgehandelte Arrangements zukünftig das Zusammenleben von Paaren in Deutschland regeln. Zwar werden traditionelle Beziehungen das vorherrschende Modell bleiben, doch nicht mehr in der bisherigen Dominanz. „Liebes-Praktiken, die lange als Sittenverfall stigmatisiert wurden, rücken von den Rändern der Gesellschaft in den Mainstream“, so Geschäftsführer Andreas Steinle. „Verpflichtende Moralvorstellungen wie sie seitens der Kirchen formuliert werden, lassen mit der Individualisierung nach.“ Das Internet unterstützt diese Entwicklung.
Mit Hilfe des Internet finden sich Menschen mit ungewöhnlichen Neigungen oder bestimmten sexuellen Vorlieben einfacher zusammen an bisher. Diese Beziehungsmuster rücken daher vom Rand der Gesellschaft stärker in den Mittelpunkt. Polyamore Beziehungen werden somit ebenso zunehmen wie asexuelle. Anders als bei hemmungslosen Partnerwechsel werden polyamore Beziehungen zwischen mehreren Partner von Dauerhaftigkeit und klaren Regeln gekennzeichnet sein. Wann, wie, wo und wie oft man Sex haben möchte, wird in diesen wie auch in Zweierbeziehungen häufiger schriftlich fixiert sein. Denn auch Paartheapeuten raten, sich auf zeitlich Arrangements einzulassen, um die alte Intimität wiederaufleben zu lassen.
Daneben werden Modelle wie „Freundschaft Plus“, also freundschaftliche Beziehungen mit gelegentlichem Sex, und unverbindlicher Gelegenheits-Sex zunehmen.
Die Ergebnisse der Zukunftsforscher wurden in der aktuellen Trend-Update, dem offiziellen Monatsmagazin des Zukunftsinstituts veröffentlicht.