Der Bonobo oder Zwergschimpanse ist der letzte der Menschenaffen, dessen genetischer Code entschlüsselt wurde - nach dem Schimpansen, dem Gorilla und Orang-Utan. Der Studie zufolge sind mehr als drei Prozent der menschlichen Erbanlagen enger mit dem Genom des Bonobo oder des Schimpansen verwandt als die Genome der beiden Affen untereinander. Die neue Untersuchung eröffne die Möglichkeit, die genetische Vielfalt besser zu ermessen und so auch die Entwicklung des gemeinsamen Vorfahren, heißt es in der Studie. Zwergschimpanse und der gemeine Schimpanse sind die nächsten lebenden Verwandten des Menschen.
Auch wenn die beiden in Afrika beheimateten Affen in vielerlei Hinsicht ähnlich sind, so unterscheiden sie sich doch in zentralen sozialen und sexuellen Verhaltensweisen. In mancherlei Hinsicht sind sie jeweils dem Menschen ähnlicher als untereinander. Dies zeige, dass ein gemeinsamer Vorfahre womöglich verschiedene Merkmale aufgewiesen habe, darunter die, die nun bei Zwergschimpansen, Schimpansen und beim Menschen auftreten.
Der Biologe Kay Prüfer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Studie liefere mehr Informationen über die Affen als über den Menschen. "Aber irgendwann hoffen wir, indem wir die Unterschiede zwischen Zwergschimpansen und Schimpansen verstehen, dass wir auch erkennen, wie der gemeinsame Vorfahre (von Schimpansen und Menschen) aussah."
Die Forscher unterstrichen, dass Bonobos und Schimpansen sich nicht mehr mischten, nachdem sich vor rund zwei Millionen Jahren ihre Wege geographisch trennten - vermutlich durch die Bildung des Kongo-Flusses. Schimpansen sind im mittleren Afrika weit verbreitet, Zwergschimpansen hingegen leben nur südlich des Kongo-Flusses in der Demokratischen Republik Kongo. Wegen ihres begrenzten Lebensraumes wurden die Bonobos als letzte Affenart erst in den 1920er Jahren entdeckt. Durch jahrelange Kriege in der Region und Wilderei wurde ihr Bestand stark dezimiert.
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