Seit 20 Jahren wieder eine Frau mit begehrtem Nachrichtenpreis ausgezeichnet

Erster Preis beim Festival für Fotojournalismus für Kriegsreporterin De Viguerie

Perpignan (AFP) - Beim internationalen Festival für Fotojournalismus, Visa pour l'Image, im südfranzösischen Perpignan hat die Französin Véronique de Viguerie den ersten Preis für ihre Berichterstattung über den Jemenkrieg gewonnen. De Viguerie sagte nach Entgegennahme der begehrten Auszeichnung Goldvisum Paris Match News am Samstagabend: "Ich denke besonders an die 30 Millionen Jemeniten, die jeden Tag die Hölle erleben."
Veronique de Viguerie vor ihren Fotos zum Jemenkrieg Bild anzeigen
Veronique de Viguerie vor ihren Fotos zum Jemenkrieg © AFP

Die Fotografin ist die erste Frau seit 20 Jahren, die das Goldvisum in der Kategorie Nachrichten gewann. Seit der ersten Vergabe der Auszeichnung im Jahr 1989 hatten vor ihr erst vier Frauen den Preis erhalten. Dazu von der Nachrichtenagentur AFP befragt, sagte de Viguerie: "Es war an der Zeit, und das macht mich noch stolzer." Die 40-Jährige gewann für ihre Reportage im Auftrag von "Paris Match" und "Time" mit dem Titel "Jemen: der Krieg, der uns verheimlicht wird" auch das humanitäre Goldvisum des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).

Die Bilder zeigen ein von Kämpfen und den Angriffen der Kriegskoalition unter Führung Saudi-Arabiens verwüstetes Land mit zerstörten Gebäuden, bis zum Skelett abgemagerte Säuglinge, Kinder auf der Straße mit einer Kalaschnikow. Bereits jetzt sind mehr als 10.000 Tote zu verzeichnen, die UNO spricht von der derzeit schwersten humanitäre Krise weltweit.

Auf ihrem Twitter-Konto bezeichnet sich die Preisträgerin als "Kriegsfotografin, Mutter zweier Kinder, blond und nicht dumm". Sie arbeitete drei Jahre in Afghanistan. Dort landete sie ihren ersten großen Coup mit einem umstrittenen Fotobericht über das Taliban-Kommando, das am 18. August 2008 zehn französische Soldaten tötete.

Die anderen Nominierten waren Khalil Hamra von der Nachrichtenagentur Associated Press, Sohn palästinensischer Eltern, mit der Reportage "Warum Gaza?", der Italiener Emanuele Satolli vom "Time"-Magazin mit "Gaza Border Killings" und der in Italien geborene Daniele Volpe mit "Guatemala, der Feuervulkan".

Preisträger der Vorjahre waren der Belgier Laurent Van der Stockt für seine Berichterstattung über die Schlacht um die irakische Großstadt Mossul sowie zwei AFP-Fotografen: der Grieche Aris Messinis und der Türke Bülent Kiliç bekamen die Auszeichnung für ihre Arbeiten zu Flüchtlingen.

Zu den weiteren Gewinnern des Jahres 2018 zählen die Fotografen James Oatway (Goldvisum Region Okzitanien), Sergej Ponomarew (Goldvisum Tagespresse), Sabine Weiss (Ehrenvisum des "Figaro Magazine"), Valentine Van Vyve und Olivier Papegnies (Goldvisum für digitale Informationen).

Bei den vier Frauen, die vor de Viguerie das prestigeträchtige Goldvisum News bekamen handelt es sich um Nadia Benchallal (Frankreich, 1994), Carol Guzy (USA, 1995), Yunghi Kim (Südkorea, 1997) und Alexandra Boulat (Frankreich, 1998).

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