Imfpung Empfohlen

FSME: Zahl der Infektionen durch Zecken im Jahr 2011 gestiegen

Erfurt (np) - Zecken können bei warmen Temperatur zur wahren Plage werden. Befinden sie sich erst einmal am Körper, saugen sie sich fest und können gefährliche Krankheiten übertragen. Die Zahl der durch Zecken übertragenen Hirnhauterkrankungen ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin berichtet, wurden 2011 insgesamt 423 Fälle der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bild anzeigen

Die Gefahr von Zeckenstichen und der Übertragung von Erregern steigt.

© AFP

Zecken können bei warmen Temperatur zur wahren plage werden. Die Tiere lauern auf Waldwiesen und an Wegesrändern. Sie sind aber nicht nur im Unterholz und auf Waldwiesen, sondern auch im eigenen Garten oder auf Grünflächen im Park anzutreffen. Befinden sie sich erst einmal am Körper, saugen sie sich fest und können gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Mittlerweile gilt die Zecke als das gefährlichste Tier Deutschlands.

Die Gefahr nach einem Zeckenbiss zu erkranken wird im klimatisch milderen Mitteldeutschland immer größer. Während ein Zeckenbiss an sich keine Gefahr für den Menschen birgt, kann es aber zu Problemen kommen, wenn die blutsaugenden Spinnentiere gefährliche Erreger in sich tragen.

Die bekannteste von den Zecken übertragebare Krankheit ist die Hirnhautentzündung FSME. Die Zahl der durch Zecken übertragenen Hirnhauterkrankungen ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Insgesamt wurden 423 Fälle bekannt. 2010 waren gerade einmal 260 FSME-Erkrankungen registriert worden. Das bedeutet einen Anstieg von 63 Prozent.

Kein anderes Tier verursacht in Deutschland so viele Krankheitsfälle wie die Zecke. Dies teilte erst kürzlich die Universität Hohenheim anlässlich des ersten süddeutschen Zeckenkongresses mit.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virusbedingte Hirnhautentzündung und kann durch einen Zeckenbiss übertragen werden. Dagegen schützt eine Vorsorgeimpfung. Ein erhöhtes FSME-Risiko gibt es laut RKI nach wie vor vor allem in den südlichen Bundesländern. Neben Bayern und Baden-Württemberg sind auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und des Saarlands betroffen.

Das RKI veröffentlichte eine aktuelle Karte der Risikogebiete. Danach besteht bundesweit nun in 140 Stadt- und Landkreisen ein erhöhtes FSME-Risiko. Als neue Risikogebiete wurden der Stadtkreis Ulm in Baden-Württemberg, der Stadtkreis Kempten in Bayern und mit dem Saar-Pfalz-Kreis erstmals auch eine Region im Saarland ausgewiesen. In anderen Bundesländern wie Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden vereinzelte Fälle gemeldet. Auch in Gebieten, die nicht als Risikoregionen ausgewiesen seien, könne eine Infektion nicht absolut sicher ausgeschlossen werden, erklärte das RKI.

Durch einen Zeckenstich kann neben der FSME auch Borreliose übertragen werden. Menschen, die in FSME-Verbreitungsgebieten wohnen oder dort Urlaub machen, empfehlen die Fachleute eine Impfung, die im Abstand von drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden muss. Auch vor Reisen ins Ausland kann eine FSME-Impfung ratsam sein. Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es dagegen bisher nicht.

Zecken gelten als äußerst widerstandsfähig, was ihre Gefahr noch zusätzlich erhöht. Jetzt wurde durch eine Untersuchung des Biologen Hans Deutel herausgefunden, dass die Spinnentiere ohne Probleme eine Wäsche bei 40 Grad überleben und sogar eine Woche unter Wasser überstehen können. Zudem schaffen sie es zwei Jahre ohne Nahrung fortzubestehen.

Also wie gegen die Plagegeister schützen? Als ratsam erweist sich eine Impfung gegen FSME. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür und die Impfung gilt als nahezu nebenwirkungsfrei. Gegen Borreliose besteht leider keine Impfmöglichkeit. Experten raten zum Tragen von langer Kleidung und festem Schuhwerk. Das wichtigste ist eine tägliche Kontrolle, besonders in den Weichteilen. Eine frühzeitige Entfernung der Krabbeltiere kann Infektionen verhindern, da die Borreliosebakterien erst nach einigen Stunden übertragen werden.

Übrigens: Zecken fallen nicht wie oft geglaubt von den Bäumen auf den Waldbesucher, sondern werden im Vorbeigehen von Grashalmen abgestreift.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile