Erfurt (np) - Zecken können bei warmen Temperatur zur wahren plage werden. Die Tiere lauern auf Waldwiesen und an Wegesrändern. Sie sind aber nicht nur im Unterholz und auf Waldwiesen, sondern auch im eigenen Garten oder auf Grünflächen im Park anzutreffen. Befinden sie sich erst einmal am Körper, saugen sie sich fest und können gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Mittlerweile gilt die Zecke als das gefährlichste Tier Deutschlands.
Die Gefahr nach einem Zeckenbiss zu erkranken wird im klimatisch milderen Mitteldeutschland immer größer. Während ein Zeckenbiss an sich keine Gefahr für den Menschen birgt, kann es aber zu Problemen kommen, wenn die blutsaugenden Spinnentiere gefährliche Erreger in sich tragen.
Kein anderes Tier verursacht in Deutschland so viele Krankheitsfälle wie die Zecke. Dies teilte die Universität Hohenheim anlässlich des ersten süddeutschen Zeckenkongresses mit.
Die bekannteste von den Zecken übertragebare Krankheit ist die Hirnhautentzündung FSME. Deren Verbreitung sei zuletzt bundesweit deutlich angestiegen. 423 Fälle wurde im Jahr 2011 gemeldet. 2010 waren es nur 256.
Bundesweit gelten den Angaben zufolge 130 von 440 Stadt- und Landkreisen als Risikogebiete. Laut Robert-Koch-Institut lagen diese zuletzt vor allem in der südlichen Hälfte der Bundesrepublik. In den Risikogebieten sind etwa zwei Prozent der Zecken mit FSME befallen. In jedem dritten Fall übertrage sich die Krankheit dabei auf den Menschen. Bei Erwachsenen nehme die Hirnhautentzündung in der Hälfte aller Fälle einen schweren Verlauf. Davon wiederum behielte jeder zweite Patient bleibende Schäden zurück.
Waldwanderern ist deshalb zu empfehlen, bei regelmäßigen Waldspaziergängen rechtzeitig im Frühjahr eine Zeckenimpfung in Anspruch zu nehmen“, so Volker Gebhardt, Vorstand der ThüringenForst AöR, Thüringens größtem Waldeigentümer.
Zecken gelten als äußerst widerstandsfähig, was ihre Gefahr noch zusätzlich erhöht. Jetzt wurde durch eine Untersuchung des Biologen Hans Deutel herausgefunden, dass die Spinnentiere ohne Probleme eine Wäsche bei 40 Grad überleben und sogar eine Woche unter Wasser überstehen können. Zudem schaffen sie es zwei Jahre ohne Nahrung fortzubestehen.
Also wie gegen die Plagegeister schützen? Als ratsam erweist sich eine Impfung gegen FSME. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür und die Impfung gilt als nahezu nebenwirkungsfrei. Gegen Borreliose besteht leider keine Impfmöglichkeit. Experten raten zum Tragen von langer Kleidung und festem Schuhwerk. Das wichtigste ist eine tägliche Kontrolle, besonders in den Weichteilen. Eine frühzeitige Entfernung der Krabbeltiere kann Infektionen verhindern, da die Borreliosebakterien erst nach einigen Stunden übertragen werden.
Übrigens: Zecken fallen nicht wie oft geglaubt von den Bäumen auf den Waldbesucher, sondern werden im Vorbeigehen von Grashalmen abgestreift.
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