Unter den Festgenommenen waren nach Polizeiangaben 157 Polen, 24 Russen sowie ein Spanier, ein Ungar und ein Algerier. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer an. Bei der Gewalt sei es nicht um eine "historische Schlacht zwischen Polen und Russland" gegangen, sondern um "einige hundert Idioten auf beiden Seiten", sagte Tusk. "Wir werden ihnen einen Lektion erteilen, egal ob sie Polen, Russen oder sonst jemand sind", sagte der polnische Regierungschef weiter.
Polens Sportministerin Joanna Mucha äußerte sich "schockiert und beschämt" über die Vorfälle. Die Hooligans hätten nichts mit "echten Fußballfans" gemeinsam. Innenminister Jacek Cichocki sagte, das Fußballspiel habe Warschau vor "das bislang größte Sicherheitsproblem" gestellt. Angesichts der historisch belasteten Beziehungen beider Länder und der dadurch aufgeheizten Stimmung war die Polizei mit rund 6000 Beamten im Einsatz.
Den Krawallen war ein Marsch russischer Fans durch das Stadtzentrum der polnischen Hauptstadt vorausgegangen. Die von Polizisten flankierten russischen Fans riefen "Wir sind gekommen, um zu gewinnen" und "Russland, Russland", als sie zum Stadion marschierten. Viele schwenkten weiß-blau-rote Russland-Flaggen - am Dienstag war zugleich russischer Nationalfeiertag.
Am Stadion riefen dutzende Polen russlandfeindliche Parolen, dabei wurde ein Böller geworfen. Daraufhin warfen einige Russen Flaschen auf Polen. Die Polizei hatte die Lage jedoch schnell unter Kontrolle. Sie setzte Wasserwerfer, Tränengas, Hunde und Gummigeschosse ein, um die polnischen Hooligans auseinanderzutreiben und die beiden Lager zu trennen.
Nach polnischen Angaben hielten sich rund 12.000 russische Fans im Warschauer Stadion und auf den Fanmeilen der Stadt auf. 9800 Russen und 29.300 Polen hatten laut Polizei Eintrittskarten für das EM-Vorrundenspiel. Vor Beginn der Begegnung entrollten die russischen Fans im Stadion ein riesiges Spruchband mit einem Reiter mit Schild und Schwert und der englischen Aufschrift "This is Russia" ("Das ist Russland"). Der unentschiedene Ausgang des Spiels, das 1:1 endete, schien die Gemüter zu beruhigen. Nach dem Spiel wurden keine bedeutenden Vorkommnisse gemeldet.
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