Detaillierte Notfallpläne für Ernstfall

Flughafenverband sieht deutsche Flughäfen gegen Coronavirus gewappnet

Berlin (AFP) - Der Flughafenverband ADV hält die deutschen Flughäfen für gewappnet gegen das neuartige Coronavirus aus China. Die mögliche Einschleppungsgefahr werde durch die zuständigen Behörden "fortlaufend neu bewertet", teilte der ADV am Mittwoch mit. Die Entwicklung und Verbreitung der Lungenkrankheit werde "mit höchster Aufmerksamkeit beobachtet". Für den Ernstfall gebe es detaillierte Notfallpläne.
Der Flughafen Düsseldorf ist einer von fünf Flughäfen in Deutschland mit Kernkapazitäten Bild anzeigen
Der Flughafen Düsseldorf ist einer von fünf Flughäfen in Deutschland mit Kernkapazitäten © AFP

Auch die erforderlichen medizinischen Kapazitäten stünden bereit. Der Verband orientiere sich bei der Weiterentwicklung der Notfallpläne an den Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bislang seien von der WHO, dem Auswärtigen Amt oder dem Robert-Koch-Institut keine Reisebeschränkungen erlassen worden. Die deutschen Flughäfen seien für den Umgang mit Verdachtsfällen des Coronavirus aber vorbereitet.

Laut internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO müssen fünf Flughäfen in Deutschland zum Schutz der öffentlichen Gesundheit sogenannte Kernkapazitäten vorhalten. Dies sind die Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, München und Berlin. Sollte sich an Bord eines Flugzeugs ein Verdachtsfall befinden, werde die Maschine zu einem der fünf Flughäfen umgeleitet. Dort sei bestimmtes medizinisches Personal vorhanden, um Betroffene schnell zu versorgen und zu separieren.

Für die Umsetzung der Maßnahmen seien die Bundesländer zuständig. "Dass die Prozessketten zuverlässig funktionieren, haben die Flughäfen bewiesen - so etwa 2003 bei Sars, 2006 bei einem Fall von Lassafieber oder 2009 im Zuge der Ausbreitung der Schweinegrippe", erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Das Coronavirus in China hatte sich zuletzt sprunghaft weiter ausgebreitet. Nach einer Zwischenbilanz der chinesischen Regierung vom Mittwoch stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens neun. Die Gesamtzahl der Erkrankungen stieg demnach auf rund 440. Die WHO will sich am Mittwoch in einer Krisensitzung mit dem Erreger befassen, der Atemwegserkrankungen verursacht.

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