Köln (np) - Während der Schwangerschaft wird das Kind über die Nabelschnur mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Allerdings gelangt auch von der Schwangeren getrunkener Alkohol in den Körper des Ungeborenen - mit möglicherweise schlimmen Folgen. Dabei kam nun heraus, dass Frauen aus der Oberschi9cht häufiger zum Glas greifen.
Anlässlich des Tag des alkoholgeschädigten Kindes, am 9. September, wies die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft hin.
Jährlich kommen rund 10.000 Babys auf die Welt, die mit dem sogenannten fetalen Alkoholeffekten geboren werden. Etwa 4.000 von ihnen sind lebenslang körperlich und geistig schwerbehindert. Deshalb raten Experten während der gesamten Schwangerschaft komplett auf Alkohol zu verzichten, denn bereits geringe Mengen könnten Schäden beim ungeborenen Leben verursachen.
Dabei scheint es so, dass sich Frauen aus der Oberschicht häufiger mal ein Gläschen gönnen, als Frauen aus der Unterschicht. "20 Prozent der Frauen aus der sozialen Oberschicht konsumieren in der Schwangerschaft gelegentlich Alkohol, aus der Unterschicht sind es dagegen 8,5 Prozent», so Michaela Goecke von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln.
Warum das so ist, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. In der Oberschicht trinke man zum Beispiel eher mal ein Glas Wein zum Abendessen. Im Allgemeinen nähme der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft mit dem höheren Bildungsniveau sowie dem einem höheren Alter zu.
"Es gibt weder einen Grenzwert noch eine harmlose Schwellendosis. Je nach Alter des Embryos und weiteren Faktoren kann bereits ein Glas Sekt oder Wein ein Kind im Mutterleib unheilbar schädigen. Einen Zeitpunkt während der Schwangerschaft, an dem Alkohol keinen Schaden am ungeborenen Kind verursachen kann, gibt es nicht.", so Tobias Bischof, Kinder- und Jugendarzt beim Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Stuttgart zum Stuttgarter Wochenblatt
Die schädlichen Wirkungen von Alkohol werden von vielen Frauen unterschätzt. „Schon geringe Mengen Alkohol können dauerhafte Schäden beim ungeborenen Kind hinterlassen. Schwangere und Stillende sollten deshalb vollständig auf Alkohol verzichten", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Mit zunehmendem Alter und höherem Bildungsabschluss nimmt die Neigung zum Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zu. Die schädlichen Wirkungen von Alkohol auf das Ungeborene werden von vielen Frauen unterschätzt."
Das Kind erreicht durch die Aufnahme durch die Nabelschnur sehr schnell den gleichen Alkoholspiegel wie die werdende Mutter. Durch die noch nicht vollständig entwickelten Organe kann es den Alkohol aber schlechter abbauen und braucht auch viel länger dazu. Der Körper des Babys ist also der schädigenden Wirkung des Alkohols viel länger ausgesetzt.
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