Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte im Mai auf dem Höhepunkt der EHEC-Epidemie in Deutschland öffentlich vor dem Verzehr von Gurken und anderem Rohgemüse gewarnt, nachdem Hamburger Behörden EHEC-Keime auf Import-Gurken der Firma Frunet festgestellt hatten. Daraufhin brach deren Absatz ein. Bei weiteren Labortests stellte sich heraus, dass es sich bei dem EHEC-Bakterienstamm auf den spanischen Gurken nicht um jenen handelte, der die akuten, in vielen Fällen lebensgefährlichen Infektionen auslöste. Als wahrscheinliche Quelle für diesen ermittelten die Behörden später ägyptische Bockshornkleesamen, aus denen essbare Sprossen gezogen worden waren.
Die Hamburg Gesundheitsbehörde betonte erneut, sie betrachte ihre Warnung nach wie vor als richtig, weil alle EHEC-Erreger eine Gesundheitsgefahr seien. "Die BGV vertritt weiterhin die Position, dass vor Lebensmitteln, die offenbar Verunreinigungen aufweisen, die für Verbraucherinnen und Verbraucher gesundheitsgefährdend sein können, öffentlich gewarnt werden muss. Der Schutz der Gesundheit geht dabei vor wirtschaftliche Interessen der Unternehmen", erklärte die Behörde. Das damalige Vorgehen sei auch von der Bundesregierung und dem für Verbraucherschutz zuständigen EU-Kommissar unterstützt worden.
Im Mai und Juni 2001 war es vor allem in Norddeutschland zu einer Welle von schweren EHEC-Infektionen gekommen, die von einer aggressiven krankmachenden Variante des Darmbakteriums Escherichia coli ausgelöst wurde. Die sogenannten EHEC-Keime sondern im menschlichen Verdauungstrakt Gifte ab. Viele Patienten litten unter der besonders gefährlichen Komplikation hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS). Dem für Krankheitbekämpfung zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge erkrankten fast 4000 Menschen an EHEC oder HUS. 50 davon starben.
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