Teils lange Haftstrafen für Firmenverantwortliche und örtliche Beamte

Gericht in China verurteilt nach schwerer Chemieexplosion 53 Angeklagte

Peking (AFP) - Gut anderthalb Jahre nach einer tödlichen Explosion in einer Chemiefabrik in China sind 53 Angeklagte am Montag zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in der Stadt Yancheng verhängte wegen Fahrlässigkeit und Bestechung Gefängnisstrafen zwischen 18 Monaten und 20 Jahren, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Betroffen waren Mitarbeiter der Betreiberfirma Tianjiayi Chemical sowie Beamte der örtlichen Behörden.
Feuerwehrleute nahe der Unglücksstelle Bild anzeigen
Feuerwehrleute nahe der Unglücksstelle © AFP

Die Explosion hatte sich am 21. März 2019 in der Chemiefabrik in Yancheng in der östlichen Provinz Jiangsu ereignet, 78 Menschen wurden getötet. Das Gericht kam in seinem Urteil zu dem Schluss, dass die inzwischen geschlossene Betreiberfirma wissentlich gefährliche chemische Stoffe und Abfälle lagerte und dabei die Umweltrichtlinien missachtete. Örtliche Behörden hätten Dokumente gefälscht, um die damit verbundenen Risiken zu vertuschen; einige Beamte hätten dafür Schmiergeld angenommen.

Die Explosion in Yancheng zählt zu den schwersten Industrieunglücken der vergangenen Jahre in China. Durch die Wucht der Detonation stürzten in dem Industriepark Xiangshui mehrere Gebäude ein, ein Großbrand brach aus. Mehr als 600 Menschen mussten medizinisch behandelt werden.

In China kommt es immer wieder zu schweren Industrieunglücken. Sicherheitsvorschriften werden häufig nicht eingehalten. Bei einem der bislang schwersten derartigen Unglücke waren 2015 bei der Explosion von Chemikalien in der nördlichen Hafenstadt Tianjin mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen.

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