Frankfurt a.M. (co) - Wer die Entwicklung des Goldpreises etwa seit November 2005 beobachtet, wird hin und wieder aus dem Staunen nicht herausgekommen sein: ein Siegeszug ohne gleichen. Der Preis für eine Unze Gold hat sich in diesm Zeitraum mehr als verfünffacht.
Doch auch der Goldpreis kennt nicht nur den Weg nach oben. Wie bereits im Oktober 2008 rutschte auch in den vergangenen Tagen der Goldpreis recht beträchtlich ab (Okt. 2008: von 871 USD auf 725 USD, Sept. 2011: von 1.827 USD auf 1.537 USD). Sicher ist dies noch keine Grund zur tiefergehenden Besorgnis, doch es zeigt sich, dass es keinen "sicheren Hafen" an den Finanzmärkten gibt.
Eigentlich greifen Anleger zu Gold, um ihr Vermögen in Krisenzeiten zu schützen. Gold gilt an den Märkten traditionell als Inflationsschutz – davon hatte das Edelmetall bis Anfang September profitiert. Das scheint jetzt vorbei, der Grund: Viele Konjunkturdaten haben sich zuletzt deutlich eingetrübt. Sowohl für die USA als auch für Europa schließen Experten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung nicht mehr aus.
Jetzt dominiert die Angst vor einer Deflation der Märkte. Die Anleger suchen in solchen Zeiten nach Liquidität. Da der Goldpreis, anders als viele andere Anlage, im Plus steht, wird hier zuerst Kasse gemacht. Ein weiterer Grund sind das gedämpfte Interesse an Goldschmuck. Auch hier ist die abgeschwächte Weltkonjunktur spürbar - und das trübt die Kauflaune auch bei Gold.
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