Mann aber nach Vernehmung durch die Polizei wieder entlassen

Im Mordfall Peggy neue Verdachtsmomente gegen 41-Jährigen

Bayreuth (AFP) - In dem seit Jahren für Rätselraten sorgenden Mordfall Peggy hat die Polizei in Franken neue Verdachtsmomente gegen einen 41 Jahre alten Mann. Dieser sei nach Durchsuchungen an verschiedenen Örtlichkeiten in Peggys Heimatort Lichtenberg und weiteren Objekten im Landkreis Wunsiedel polizeilich vernommen worden, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Donnerstag mit. Im Anschluss an die Vernehmung sei der Mann aber entlassen worden.
Gedenkstein mit Porträt Peggys auf dem Friedhof Nordhalben Bild anzeigen
Gedenkstein mit Porträt Peggys auf dem Friedhof Nordhalben © AFP

Zum Inhalt der Aussage wurden keine Angaben gemacht. Die bei den Durchsuchungen gesammelten Ergebnisse sollten nun "mit Nachdruck" ausgewertet werden. Bis dazu erste Erkenntnisse vorliegen, werde es keine weiteren Auskünfte geben, erklärten die Ermittler.

Die neuen Verdachtsmomente ergaben sich Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge aus dem Fund der sterblichen Überreste des seit 2001 vermissten Mädchens im Jahr 2016. Die wissenschaftlichen Untersuchungen des am Fundort entdeckten Spurenmaterials hätten Verdachtsmomente gegen den 41-Jährigen ergeben, die durch weitere Ermittlungsschritte untermauert worden seien.

Das 2016 entdeckte Spurenmaterial sei mit unterschiedlichen Zielrichtungen untersucht worden. So seien die aus den Spuren gewonnenen Erkenntnisse auch mit den bereits aus den vorliegenden Ermittlungsakten bestehenden Erkenntnissen abgeglichen worden. Dies habe zu dem neuen Verdacht gegen den Mann geführt. Dieser hatte bereits 2001 als ein möglicher Tatverdächtiger gegolten.

Die damals neun Jahre alte Peggy war auf dem Rückweg von der Schule spurlos verschwunden, 2016 entdeckte ein Pilzesammler ihre sterblichen Überreste. 2004 und damit lange vor dem Fund der sterblichen Überreste war ein geistig behinderter Mann aus Lichtenberg wegen Mordes an dem Mädchen zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden; in einem Aufsehen erregenden Wiederaufnahmeverfahren wurde er aber zehn Jahre später freigesprochen.

Seit dem Freispruch versucht die Polizei wieder verstärkt, den tatsächlichen Mörder des Mädchens zu finden. Allerdings gab es wiederholt Ermittlungspannen in dem Fall und viel öffentliche Kritik an der Arbeit der Ermittler nach dem Verschwinden des Mädchens. So galt zwischenzeitlich das NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt als möglicher Täter, weil DNA-Spuren von ihm am Fundort der sterblichen Überreste entdeckt worden waren - tatsächlich waren diese aber durch eine Verunreinigung von Polizeimaterial an den Fundort geraten.

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