Polizisten fahren Beweismittel nachts per Auto aus NRW nach Magdeburg

In neuem Missbrauchsfall nun auch Verdächtiger aus Sachsen-Anhalt in U-Haft

Köln (AFP) - Im neuen Fall von sexuellem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie sitzt nun auch ein Verdächtiger aus Sachsen-Anhalt in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Quedlinburg erließ am Donnerstag einen Haftbefehl gegen den 38-Jährigen, wie die Polizei in Köln in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Magdeburg mitteilte. Der Missbrauchsfall zieht damit ständig weitere Kreise - allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit bereits acht Verdächtige inhaftiert.
Blaulicht eines Polizeiwagens Bild anzeigen
Blaulicht eines Polizeiwagens © AFP

Der Festnahme des in Sachsen-Anhalt lebenden 38-Jährigen ging ein ungewöhnlicher Einsatz der Kölner Polizei voraus. Zunächst hatten Kölner Ermittler den Mann als tatverdächtig identifiziert - er soll ein Mädchen aus seinem unmittelbaren Lebensumfeld sexuell missbraucht haben.

"Aufgrund erster Auswertungen von Chats, Videos und Fotos war Eile geboten, um die andauernde Gefahr für das Mädchen abzuwehren", erklärte der Kölner Einsatzleiter Michael Esser. Zunächst sollte am Dienstagabend ein Polizeihubschrauber das Beweismaterial aus Nordrhein-Westfalen nach Magdeburg bringen.

Dies scheiterte allerdings am schlechten Flugwetter - mit der Folge, dass Polizisten die Festplatte kurzerhand im Auto nach Magdeburg fuhren, wo ein Kriminalbeamter sie am frühen Mittwochmorgen um 01.28 Uhr in Empfang nahm.

Die Staatsanwaltschaft Magdeburg beantragte nach weiteren Ermittlungen der örtlichen Polizei umgehend beim Amtsgericht Halberstadt einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 38-Jährigen. Die Räume wurden noch am Mittwoch durchsucht und der Verdächtige festgenommen.

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