Diskussionen über Vorwürfe sexueller Gewalt könnten sich wochenlang hinziehen

Jury beginnt Beratungen in Prozess gegen Ex-Hollywoodmogul Weinstein

New York (AFP) - Sechs Wochen nach dem Beginn des Prozesses gegen den früheren Hollywoodmogul Harvey Weinstein wegen Vorwürfen der sexuellen Gewalt hat die Jury mit ihren Beratungen begonnen. Richter James Burke erinnerte die zwölf Geschworenen zuvor am Dienstag daran, dass sie den Angeklagten nur dann schuldig sprechen dürften, wenn sie zweifelsfrei davon überzeugt seien. Dem 67-jährigen - einst einer der mächtigsten Männer der US-Filmbranche - droht lebenslange Haft.
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Harvey Weinstein © AFP

Die Jury in New York muss entscheiden, ob der frühere Filmproduzent in fünf Anklagepunkten - darunter Vergewaltigung und erzwungener Oralsex - schuldig oder unschuldig ist. Die Beratungen darüber können mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Am Dienstag unterbrach die Jury nach rund fünf Stunden ihre Beratungen. Sie sollten am Mittwochfrüh (Ortszeit) fortgesetzt werden.

In jedem der fünf Anklagepunkte müssen die Geschworenen eine einstimmige Entscheidung fällen. Sollten die Geschworenen sich nicht einigen, ist Richter Burke gezwungen, ein Scheitern des Prozesses zu verkünden. Dann könnte es einen neuen Prozess mit neuen Geschworenen geben. Bei einem Schuldspruch bestimmt der Richter anschließend das Strafmaß.

Mehr als 80 Frauen haben Weinstein sexuelle Vergehen vorgeworfen. In dem New Yorker Prozess geht es aber nur um zwei Fälle: Weinstein soll 2006 einer Frau Oralsex aufgezwungen und 2013 eine andere Frau vergewaltigt haben. Der Gründer des Miramax-Filmstudios weist die Vorwürfe zurück und spricht von einvernehmlichem Sex. Das Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt ausgelöst.

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