Barcelona (AFP) - Der katalanische Maler und Bildhauer Antoni Tàpies, einer der bedeutendsten europäischen Künstler der Gegenwart, ist tot. Er sei im Alter von 88 Jahren in Barcelona gestorben, bestätigte die von ihm gegründete Stiftung. Tàpies war einer der bekanntesten Vertreter des spanischen Informel, das mit einfachsten Mitteln wie Sand, Erde und Eisen sowie verschiedenen Reproduktionstechniken arbeitet.
Tàpies brachte sich sein Können selbst bei. Der Autodidakt hinterlässt mehr als 8000 Kunstwerke. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, seine Werke waren in den großen Museen der Welt zu sehen. Tàpies' Name wurde oft in einer Reihe mit Joan Miró und Salvador Dalí genannt.
Zu den oft auch umstrittenen Kunstwerken Tàpies' gehörte unter anderem eine drei Meter große Socke mit Loch. Überhaupt waren Socken eines der Lieblingsmotive des Künstlers, der der Überzeugung war, dass Kunst aus einfachen und gewöhnlichen Dingen entstehen solle.
Der Tod des Künstlers rief in Spanien große Anteilnahme hervor. Die Tageszeitung "El Mundo" würdigte ihn als "den letzten großen Künstler des 20. Jahrhunderts". Regierungschef Mariano Rajoy schrieb an die Familie, Tàpies sei einer der großen Reformer der Kunst des 20. Jahrhunderts gewesen. Sein Schaffen werde in Spanien und der Welt immer in Erinnerung bleiben.