Das Besprühen des Gemüses mit Formaldehyd ist in Shandong und der benachbarten Provinz Hebei nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua weit verbreitet. "Es ist eine ganz normale Maßnahme, um den Kohl frisch zu halten", sagte ein Bauer in Dongxia der Agentur. "Ansonsten würde der aneinander gepresste Kohl in den Lastwagen in zwei oder drei Tagen verrotten." Formaldehyd gilt als krebserregend, in großen Mengen kann es zum Tod führen.
China wird seit Jahren immer wieder von Lebensmittelskandalen erschüttert. 2008 war Milchpulver auf den Markt gekommen, in das die gesundheitsschädliche Chemikalie Melamin gemischt worden war, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Sechs Kinder starben, fast 300.000 Kinder mussten wegen schwerer Nierenleiden behandelt werden. Die Regierung kündigte daraufhin ein strenges Vorgehen gegen das Verunreinigen von Lebensmitteln an. Bei besonders schweren Vergehen können Verantwortliche mit dem Tod bestraft werden.
Allerdings gab es in China auch nach dem Milchpulverskandal immer wieder Fälle von verseuchten Lebensmitteln. So wurden mit Schwermetallen belastete Reiskörner entdeckt, mit krebserregenden Nitraten verseuchte Bohnensprossen, chemisch gefärbte Brötchen, Schweinefleisch mit Anabolika-Rückständen oder mit einer so hohen Bakterienkonzentration, dass das Fleisch im Dunkeln buchstäblich leuchtete. Erst vor gut einer Woche war in einer Abfüllanlage Chlor in Coca Cola geraten.
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