"Ich wurde einfach vor die Tür gesetzt"

Kohls Fahrer "Ecki" Seeber verbittert über Entlassung

München (AFP) - Helmut Kohls langjähriger Fahrer Eckhard "Ecki" Seeber hat sich über seine Entlassung vor vier Jahren beklagt. "Meine Entlassung habe ich wirklich brutal empfunden. Ich wurde einfach so vor die Tür gesetzt", sagte Seeber der Illustrierten "Bunte" laut einem in Auszügen vorab veröffentlichten Interview. Ihm sei ohne das Beisein von Helmut Kohl gesagt worden, dass er das Auto in die Garage stellen und die Schlüssel ins Haus legen solle. "Das habe ich getan und das war’s dann", sagte Seeber.
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Kohl-Fahrer Seeber © AFP

"Ecki" Seeber gehörte zu den engsten Mitarbeiten des langjährigen Bundeskanzlers und CDU-Chefs. Er arbeitete 46 Jahre lang als dessen Fahrer, seine Frau Hilde führte 30 Jahre lang den Haushalt der Familie Kohl. Das Ehepaar entdeckte auch die Leiche von Kohls erster Frau Hannelore nach deren Suizid im Familienbungalow in Oggersheim. Nach Angaben der "Bunten" hat Seeber keinen Kontakt mehr zu Helmut Kohl.

Rund um die Zusammenarbeit zwischen Kohl und Seeber gibt es eine Vielzahl von Anekdoten. Der Chauffeur soll seinen Chef mehr als fünf Millionen Kilometer gefahren haben. Nach Seebers Erzählungen hielt er unterwegs englische Pfefferminzbonbons für Kohl parat und auch Münzen, damit der Kanzler ohne Abhörrisiko aus öffentlichen Telefonzellen telefonieren konnte. Das Ende der Zusammenarbeit mit Kohl war 2008 noch als Wechsel in den Ruhestand beschrieben worden - damals verabschiedete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn offiziell aus dem Dienst.

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