Aktion von damals 19-Jährigem erregte 1987 Aufsehen

"Kreml-Flieger" Rust sieht Beitrag zu Öffnung der UdSSR

Hamburg (AFP) - Der als "Kreml-Flieger" bekannt gewordene Mathias Rust glaubt, durch seinen berühmten Flug nach Moskau vor 25 Jahren einen gewissen Einfluss auf die Geschichte genommen zu haben. Er habe wohl die Öffnungspolitik des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow "ein wenig beschleunigt", sagte der Deutsche. Sein Flug hatte im Jahr 1987 weltweit Aufsehen erregt.
Rust 1987 vor einem Gericht in Moskau Bild anzeigen
Rust 1987 vor einem Gericht in Moskau © AFP

"Ich wollte eine Botschaft der Menschlichkeit überbringen, was ich auch getan habe", sagte der 43-Jährige der russischen Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda" anlässlich des Jahrestags seiner spektakulären Aktion. "Ich wollte eine aktive Rolle bei der Perestroika übernehmen und habe gehofft, dass Gorbatschow mich zu einem Teil dieser Bewegung macht", fügte er hinzu. "Das Wichtigste" sei für ihn aber gewesen, "nach Moskau zu fliegen und der Welt meine Botschaft zu übermitteln".

Rust war im Jahr 1987 in der Endphase des Kalten Krieges als 19-Jähriger mit einem kleinen Sportflugzeug von Deutschland über Finnland unerlaubt bis nach Moskau geflogen, ohne dass die sowjetische Luftabwehr dies vereitelte. Am 28. Mai landete er sein Flugzeug mitten in der damaligen sowjetischen Hauptstadt vor den Mauern des Kreml. Die Aktion hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Rust wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, kam aber schon nach gut einem Jahr wieder frei.

Heute würde er eine solche Aktion nicht unternehmen, sagte Rust nun der Zeitung. "Ich bin viel älter geworden, meine Wahrnehmung des Lebens hat sich verändert, und meine Einstellungen sind nun andere", ergänzte der Flieger, der derzeit für ein schweizerisches Finanzunternehmen arbeitet. In der Rückschau denke er aber immer noch, dass er gewonnen habe, "weil ich etwas getan habe, das niemand erwartet hätte".

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