Wiener "Tatort"-Kritik

Kritik zum Tatort "Falsch verpackt": Zwei Kommissare zwischen Leichen und Hühnerbeinen

(np) - Sonntagabend ist "Tatort"-Abend. Diesmal hatten die Ermittler in Wien ihren Auftritt. Ein schlecht gelaunter Kommissar, eine gegen den Alkohol kämpfende Ermittlern und vier Leichen, eine davon zerstückelt und in verschiedenen Müllcontainern aufgeteilt. Der Tatort „Falsch verpackt“ aus Wien versprach spannend zu werden, hielt aber nicht ganz das was er anfangs zu sein schien.

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Tatort "Falsch verpackt"

© rbb/ORF/Petro Domenigg

In einem Container werden zwischen Hühnerbeinen drei tiefgefrorene Leichen gefunden. Alle drei Männer sind asiatischer Herkunft. Später findet ein Hund eine abgetrennte Hand, auch diese stammt von einem Asiaten. Die Fingerabdrücke verraten, dass der Mann einen Tag zuvor in einem Restaurant randaliert hat. Die restlichen Leichenteile des Mannes werden verteilt in Müllcontainern verschiedener Hinterhöfe gefunden.

Der Hühnerfleisch-Fabrikant Müller, in dessen Container die Leichen gefunden wurden, scheint der Tod dieser Männer egal zu sein und gerät somit schnell in Verdacht. Mit einer Arroganz begegnet er den Kommissaren, die selbst keine Worte dafür finden. Am Ende wird auch der Herr Müller tot aufgefunden - tiefgefroren, wie seine Hühnerbeine, die er in die ganze Welt verschifft.

Und schnell wird auch klar, dass der Chef von der Fremdenpolizei etwas mit dem Fall zu tun hat. Er vermietet nicht nur für teueres Geld, heruntergekommenen Wohnungen an arme Chinesen. Er war auch früher mit der asiatischen Restarantbesitzerin verheiratet und hilft ihr nun immer mal wieder bei kleinen Gefälligkeiten. Auch er muss dafür am Schluss mit dem Leben und einem Messer in der Brust bezahlen.

Wer schlussendlich der Mörder ist, bleibt offen. Entweder sind die Verdächtigen tot oder schweigen beharrlich. Zwar gesteht die zierliche Restaurantbesitzerin den Mord an allen vier asiatischen Leichen (kurz danach wählt auch sie den Tod), aber schnell wird klar, dass da andere Leute im Hintergrund die Fäden ziehen.

Die Handlung selbst zog sich im Laufe der 1,5 Stunden zeitweise doch ziemlich in die Länge -untermalt mit einer scheußliche Musik. Außerdem war die schlechte Laune von Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), der sich auf einem Diättrip befand und dadurch kontinuierlich schlecht gelaunt war, teilweise wirklich nervig. Bibi Fellner (Adele Neuhauser), hatte wieder mit ihrem Alkohlproblemen zu kämpfen, war aber wie in den letzte Wiener-"Tatorten" die herausragenste Figur des Filmes. Alles in einem ein solider "Tatort", der aber nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird.