Insolvenzverwalter sucht Rekord-Nationalspieler

Lothar Matthäus von Detektiven gejagt

Wuppertal (AFP) - Skurriler Rechtsstreit um Lothar Matthäus: Mehrere Detektive versuchten in den vergangenen Wochen, dem Fußball-Rekordnationalspieler in der Tiefgarage der Münchner Allianz Arena die Klage eines Insolvenzverwalters zu überreichen, wie das Landgericht Wuppertal mitteilte. Den ungewöhnlichen Übergabeversuch begründete das Gericht damit, dass Matthäus keine Postadresse habe, was dessen Sprecher bestreitet.
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Lothar Matthäus von Detektiven gesucht © AFP

Worum es bei der Klage des Insolvenzverwalters geht, ließ das Landgericht offen. Den Gerichtsangaben zufolge hängt seit dem 30. Dezember am Gericht eine Benachrichtigung für Matthäus aus, dass die 2. Kammer für Handelssachen des Gerichts die Zustellung der Klageschrift des Insolvenzverwalters sowie die Ladung zum Verhandlungstermin beschlossen habe. Dass Matthäus dies nicht persönlich mitgeteilt wurde, begründete das Gericht damit, dass der Insolvenzverwalter glaubhaft gemacht habe, dass sich eine zustellungsfähige Anschrift und der Aufenthaltsort von Matthäus nicht habe ermitteln lassen.

Dies bestritt dessen Sprecher Wim Vogel aber vehement. Vogel ist als Kontakt auf der offiziellen Homepage von Matthäus angegeben. Er erhalte in Deutschland die Post für den derzeit arbeitslosen Fußball-Trainer und schicke diesem die Post dann an seine Adresse in Ungarn, wo Matthäus von 2004 bis 2005 Nationaltrainer war.

Vogel sagte, er habe von dem Insolvenzverwalter keine Post bekommen. Auch sei er nie von diesem angerufen worden. Matthäus sei zudem nicht mal klar, worum genau es gehe. Der Insolvenzverwalter bemühe sich offenbar, "vermeintliche Ansprüche" aus einem Insolvenzverfahren geltend zu machen. Vogel zufolge beantragte Matthäus inzwischen Akteneinsicht.

Wie das Gericht mitteilte, erfragte der Insolvenzverwalter mehrmals beim Münchner Einwohnermeldeamt die Adresse von Matthäus. Dort sei mitgeteilt worden, er sei nach Israel abgemeldet, wo er von 2008 bis 2009 als Trainer arbeitete. In Israel habe der Insolvenzverwalter aber auch keine Adresse ausfindig machen können.

In den vergangenen Wochen intensivierte der Insolvenzverwalter nach Angaben des Gerichts die Versuche, Matthäus die Klageschrift zu übergeben. So habe ein Gerichtsvollzieher versucht, ihm diese in der Münchner Allianz Arena zu übergeben, wo Matthäus regelmäßig Spiele seines alten Klubs FC Bayern München ansieht. Der Verein bestritt aber die Darstellung des Gerichts, wonach der Gerichtsvollzieher vom FC Bayern Hausverbot bekommen haben soll. FC-Bayern-Sprecher Markus Hörwick sagte: Wir wissen von der Geschichte gar nichts."

Nach dem Gerichtsvollzieher habe der Insolvenzverwalter dann Detektive entsandt, teilte das Landgericht mit. Diese sollen Matthäus sowohl beim Bundesliga-Heimspiel der Bayern gegen Borussia Dortmund am 19. November als auch drei Tage später beim Champions-League-Spiel gegen Villareal erfolglos mit Exemplaren der Klageschrift in der Tiefgarage aufgelauert haben. Die Detektive hätten nur herausgefunden, dass sich Matthäus in wechselnden Hotels im In- und Ausland aufhalte.

Das Wuppertaler Landgericht setzte für den 3. Mai einen Verhandlungstermin über den Rechtsstreit an. Matthäus muss nicht persönlich zu dem Termin erscheinen. Wie der Gerichtssprecher sagte, könne dies aber zu seinem Nachteil werden - falls er nicht komme, könne ein Versäumnisurteil ergehen.

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