München (np) - Für Ungeimpfte ist die Ansteckungsgefahr mit Masern extrem hoch. In einem Raum mit 100 ungeimpften Menschen werden 99 mit großer Wahrscheinlichkeit krank.
In Deutschland treten seit einigen Wochen häufiger Maserninfektionen auf. Bereits im Mai gab es ein vermehrtes Auftreten von Masern, in dessen Folge ein 26-Jähriger starb. „Dass ein Mensch in Deutschland an Masern stirbt, ist ein Skandal.", sagte damals Sean Monks, Sprecher des bayrischen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). "Eigentlich hätte Deutschland bis 2010 laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Masern eliminieren sollen." In vielen Teilen der Welt und sogar in 13 afrikanischen Ländern gelten die Masern mittlerweile als ausgerottet. In Deutschland hingegen sind in den letzten Wochen Fälle der gefährlichen Krankheit aufgetreten. Dabei gibt es bereits seit 1970 eine Impfung dagegen. Diese wird in der Regel sehr gut vertragen.
Ursachen für die Erkrankung können mannigfaltig sein. Das geringe Impfinteresse in der Bevölkerung trägt ihren Teil dazu bei. Besonders Bürgern zwischen 20 und 40 Jahren fehle oftmals der nötige Impfschutz, wie Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bereits im Mai beklagte. Viele der nach 1970 Geborenen leben heute oftmals ohne nötigen Impfschutz. Das kommt daher, dass sie als Kind nur einmal gegen Masern geimpft wurden und die Impfung anschließend nicht aufgefrischt wurde. Oder weil sie als Kind keine Impfung erhielten und auch nicht erkrankten. Da in Großstädten viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben, verbreiten sich die Viren umso schneller.
Mehr als 1.500 Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres an Masern erkrankt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 780, im Jahr 2009 rund 570 Erkrankte.
Masern sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die insbesondere bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann. Kinder verkraften die Krankheit zumeist ganz gut. Viel schlimmer erwischt es in der Regel Erwachsene. Bei Ihnen verläuft sie um einiges schlimmer. Je älter der Patient und je schwächer sein Immunsystem, desto mehr Komplikationen können auftreten. Neben roten Hautflecken ruft die Erkrankung Fieber und einen erheblich geschwächten Allgemeinzustand hervor. In einigen Fällen können lebensbedrohliche Komplikationen wie Hirnhaut- und Lungenentzündung auftreten. Da die Masern durch Viren und nicht durch Bakterien übertragen werden, hilft auch keien Behandlung mit Antibiotika. Wer einmal an Masern erkrankt ist, ist dagegen immun.
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