Mehr als 300 Corona-Neuinfektionen trotz zehntägiger Ausgangssperre

Melbourne verhängt als erste Stadt Australiens Maskenpflicht

Melbourne (AFP) - Trotz einer zehntägigen Ausgangssperre ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Melbourne weiter gestiegen - nun hat die australische Küstenmetropole als erste Stadt des Landes eine weitgehende Maskenpflicht eingeführt. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, müssen die Menschen in Melbourne von Donnerstag an in öffentlichen Räumen einen Mundschutz tragen. Verstöße werden mit bis zu 200 australischen Dollar (120 Euro) bestraft.
Bislang war das Maskentragen in Australien trotz der Corona-Pandemie wenig verbreitet Bild anzeigen
Bislang war das Maskentragen in Australien trotz der Corona-Pandemie wenig verbreitet © AFP

"Die meisten von uns würden ihr zu Hause nicht ohne ihren Schlüssel verlassen, und wir würden auch nicht ohne Handy aus dem Haus gehen", sagte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, bei einer Pressekonferenz. Nun müsse es auch normal werden, beim Verlassen des Hauses eine Maske mitzunehmen. "Sie müssen sie tragen, wo es absolut wesentlich ist, damit wir die Ausbreitung des Virus stoppen", betonte Andrews.

Der Premierminister räumte ein, dass die Kapazitäten für die Bereitstellung von Masken in Australien hochgefahren werden müssten. Bis alle von der Maskenpflicht Betroffenen mit einem Mundschutz versorgt seien, könnten auch Schals oder Halstücher als Gesichtsbedeckung genutzt werden, sagte er.

Melbourne ist die erste Stadt in Australien, die eine Maskenpflicht einführt. Bisher ist das Maskentragen in dem Land trotz der Corona-Pandemie unüblich.

Im Bundesstaat Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, gibt es knapp 3000 aktive Coronavirus-Infektionen. Trotz eines vor zehn Tagen eingeführten Lockdowns wurden auch am Sonntag wieder 323 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Landesweit wurden in Australien seit Beginn der Pandemie 12.000 Corona-Fälle verzeichnet, 122 Menschen starben.

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