Wachsende Kritik an Anti-Drogen-Krieg von Staatschef Duterte

Mit Drogenbekämpfung beauftragter philippinischer Polizeibeamter tritt zurück

Manila (AFP) - Der für die Bekämpfung der Drogenkriminalität auf den Philippinen zuständige hochrangige Polizeivertreter ist zurückgetreten. Er danke Präsident Rodrigo Duterte für dessen Vertrauen, sagte Oscar Albayade in seiner Rücktrittserklärung am Montag. Vor wenigen Tagen hatten zwei frühere Polizeibeamte dem früheren Polizeichef des Landes vorgeworfen, im Jahr 2013 in einen Drogenskandal verwickelt gewesen zu sein. Der Fall löste im Land zusätzliche Kritik an Dutertes umstrittenem Anti-Drogen-Krieg aus.
Oscar Albayalde (l.) und President Rodrigo Duterte Bild anzeigen
Oscar Albayalde (l.) und President Rodrigo Duterte © AFP

Die beiden früheren Polizeibeamten hatten Albayades Namen im Zusammenhang mit einer Großrazzia 2013 genannt, in deren Folge Polizisten einen Teil des beschlagnahmten Metamphetamins weiterverkauft hatten. Einer der beiden warf Albayade vor, die verantwortlichen Beamten vor internen Ermittlungen geschützt zu haben, der andere behauptete, Albayade habe selbst Geld aus dem illegalen Drogenverkauf erhalten. Albayade weist die Vorwürfe zurück.

Staatschef Duterte, der sich die Bekämpfung der Drogenkriminalität und der Korruption auf die Fahnen geschrieben hat, hat bislang weitgehend zu den Vorwürfen gegen Albayade geschwiegen.

Der Rechtsanwalt Neri Colmenares, der die Verantwortlichen des Anti-Drogen-Kriegs vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen will, bezeichnete die Vorwürfe gegen Albayade als "enorme Peinlichkeit". Selbst die zuständigen Polizeibeamten seien in die Drogenkriminalität involviert, sagte er. Das unterstreiche zusätzlich, dass sich Dutertes Anti-Drogen-Krieg zu Unrecht vor allem gegen arme Menschen richte.

Seit Dutertes Amtsantritt im Jahr 2016 tötete die philippinische Polizei tausende Menschen, die sie als mutmaßliche Drogenkriminelle ausgemacht hatte. Kritiker werfen der Polizei vor, dass einflussreiche Persönlichkeiten in dem Anti-Drogen-Kampf häufig geschützt würden.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder