Prozess um Darknetplattform "Chemical Revolution" in Gießen begonnen

Mutmaßliche Betreiber von führendem deutschem Onlinedrogenhandel vor Gericht

Gießen (AFP) - Vor dem Landgericht im hessischen Gießen hat am Mittwoch der Prozess gegen mehrere mutmaßliche Betreiber eines ehemals führenden deutschen Onlinedrogenshops begonnen. Die sieben Angeklagten sollen die illegale Darknethandelsplattform "Chemical Revolution" betrieben haben, die deutsche Sicherheitsbehörden vor etwa einem Jahr abschalteten. Ihnen wird vorgeworfen, durch Rauschgiftverkäufe einen Umsatz von insgesamt 560.000 Euro erwirtschaftet zu haben.
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Mann an einer Computertastatur © AFP

Die Beschuldigten sollen laut Anklage über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren verschiedene Drogen wie Kokain und Ecstasy aus den Niederlanden bezogen und von Deutschland aus in zumeist eher kleinen Mengen an ihre Kunden verschickt haben. Dafür betrieben sie eine professionelle Infrastruktur und agierten von mehreren Standorten aus, um das Rauschgift zu lagern und zu portionieren.

"Chemical Revolution" war nach Angaben der Behörden der seinerzeit größte deutsche Internethandel für Drogen. Das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main gaben die Zerschlagung im Juni vergangenen Jahres bekannt. Zuvor hatten sie bei mehreren Zugriffsaktionen elf Verdächtige festgenommen und den Shop stillgelegt.

Als Kopf der Betreiberbande und mutmaßlicher Hauptverdächtiger galt damals ein 26-Jähriger aus dem Raum München. Der nun in Gießen begonnene Prozess richtet sich gegen sieben der insgesamt elf Verdächtigen. Für das Verfahren setzte das Landgericht zunächst Verhandlungstage bis Ende November an.

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